19. August 2018

Top6 Themen: Morbus Crohn - Bauchschmerzen

Morbus Crohn

Morbus Crohn Bauchschmerzen Themen und Krankheit
Morbus Crohn, auch Crohn-, Ginsburg- oder Oppenheimer- Krankheit genannt, ist eine chronisch entzündliche Erkrankung, die den gesamten Magen-Darm-Trakt betreffen kann.

In ca. 80% der Fälle betrifft sie aber das unterste Ende des Dünndarms (terminales Ileum) und in ca. 50% der Fälle den Dickdarm (Kolon) und das terminale Ileum.
Einer von 1000 Einwohnern erkrankt in Deutschland an Morbus Crohn, mit steigender Tendenz.



Ursachen: Morbus Crohn

Wie es zu Morbus Crohn kommt und wo die Ursachen liegen ist bisher noch nicht ganz geklärt. Es wird allerdings vermutet, dass es sich um ein Zusammenspiel der folgenden Faktoren handelt:

- erbliche Faktoren
- infektiöse Faktoren (vermutlich ein Verwandter des Tuberkulose Erregers, das Mycobakterium avium paratuberculosis)
- psychische und immunologische Faktoren



Symptome: Morbus Crohn

Bei ca. 40% der Erkrankten sind die ersten Anzeichen von Morbus Crohn Fistel im Afterbereich. Auch die Verlaufsformen sind sehr unterschiedlich. Bei ca. 20% der Erkrankungen besteht eine chronische Aktivität, bei ca. 35% ist die Aktivität intermittierend und in ca. 45% der Fälle ist die Erkrankung 5-10 Jahre nach der Diagnosestellung klinisch inaktiv.


Die wichtigsten Symptome im Verlauf der Erkrankung sind:

- Bauchschmerzen
(viszerale Schmerzen die als dumpf, wellenförmig und krampfartig beschrieben werden)
- Gewichtsverlust
- Durchfall
- Fieber


Außerhalb des Bauchraumes kann es zu folgenden Symptomen kommen:

- knotige und entzündliche Verdickungen der Haut(Erythema nodosa)
- Gelenkentzündungen
- Augenentzündung
- Leberentzündung
- Wunde Stellen an der Mundschleimhaut (Aphthen)


Es kann ebenfalls zu Komplikationen kommen, welche da wären:

- Durchbruch in die Bauchhöhle
- Darmverschluss
- Fisteln
- Abszesse
- Stenosen (Verengungen)
- Toxisches Megakolon
- Blutungen
- Verwachsungen (Strikturen)
- Erhöhtes Krebsrisiko


Differentialdiagnose

Nicht zwingend muss es sich bei der genannten Symptomatik um Morbus Crohn handeln. Es könnte sich außerdem um die folgenden Erkrankungen handeln:

- ansteckende Dünndarmentzündung (infektiöse Enteritiden),
- geschwürige Dickdarmentzündung (Kolitis ulcerosa),
- durchblutungsbedingte Dickdarmentzündung (ischämische Kolitis),
- strahlenbedingte Dünndarmentzündung (Strahlenenteritis).

Der endgültige Nachweis von Morbus Crohn erfolgt durch eine Gewebsuntersuchung der Dickdarmschleimhaut.


Therapie

Bis heute gilt Morbus Crohn noch nicht heilbar, so dass man oft nur eine üblicherweise anstehende Operation hinauszögern oder verhindern kann. Die spezielle Schmerztherapie kann hier die Beschwerden deutlich lindern.

Für die Therapie von Morbus Crohn gibt es somit zwei Ansätze:

1. Allgemeine Therapien

2. Weiterführende Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik


Details:

1. Allgemeine Therapien

a) Umstellung der Ess- und Trinkgewohnheiten

- Diät
- reichliche Flüssigkeitszufuhr,
- Vermeidung von Alkohol, Nikotin, Kaffee und starken Gewürzen,
- Kleinere Essportionen, dafür häufigere Nahrungszufuhr,
- Professionelle Ernährungsberatung.

b) (Medikamentöse) Behandlung mit:
- 5-Aminosalicylsäure
- Kortikosteroiden
- Metronidazol.

- bei Krämpfen: Spasmolytika (Mittel gegen Krampfzustände),
- bei Verstopfung: Abführmittel das stuhlerweichend wirkt,
- bei Durchfall: Quellmittel und stuhlganghemmende Medikamente.

c) Darmsanierungen (z. B. bei Parasitenbefall)

d) Medikamentöse Schmerztherapie: Zur medikamentösen Schmerztherapie eignen sich hauptsächlich die in Punkt b) bereits erwähnten sog. Spasmolytika, das sind Mittel gegen Krampfzustände, so z. B. Buscopan®. Sog. nicht steroidale Antirheumatika (Rheumamittel) werden eher schlechter vertragen. Schwere Schmerzen sind manchmal dagegen nur durch zentral (im Gehirn / Rückenmark) wirkenden Analgetika (z. B. Tramadol, Valoron N®) zu lindern. Auf die Gefahr einer Schmerzmittelgewöhnung oder gar -abhängigkeit ist grundsätzlich zu achten.
Eine Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva (Mittel gegen Depression, u.a. aber auch bei diesen Schmerzen wirksam) kann in vielen Fällen Schmerzmittel einsparen.

e) Akupunktur

f) Gezielte psychotherapeutische Ansätze (bei psychosomatischen Hintergründen)

g) Wärme, T.E.N.S.

h) Operative Maßnahmen, z.B. eine (Teil-)Entfernung des Dick- oder Enddarms

i) Ernährung unter Umgehung des Verdauungssystems

Zeigen diese Ansätze zu wenig Wirkung, so daß die Beschwerden bestehen bleiben oder sogar schlimmer und chronisch werden, sind Methoden von erfahrenen Schmerztherapeuten gefragt. In einigen Fällen ist es auch empfehlenswert sich direkt an eine Schmerzklinik zu wenden. Hier gilt generell: Bauchschmerzen, auch im Zusammenhang mit Morbus Crohn, führen auf Dauer zu einer Art Überreizung - dies kann wiederum zu Dauerschmerzen führen, was wiederum eine Überreizung beinhaltet und ein Teufelskreis beginnt. Die Methoden der sog. „speziellen Schmerztherapie“ können dem entgegnen. Dabei gilt grundsätzlich: „Je früher desto besser“.

Sehr Wichtiger Hinweis: Bei entzündlich bedingten Bauchschmerzen, speziell bei Morbus Crohn, stellt die sog. „kontinuierliche, epidurale (nahe am Rückenmark) Blockade mit Katheter“ der speziellen Schmerztherapie sehr wirksame Therapie dar. In manchen Fällen kann sie eine OP verhindern oder lange hinauszögern (Details s. u.)!

2. Weitere Behandlungskonzepte einer Fachklinik

<?  Therapie & Behandlungskonzepte bei Morbus Crohn



Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


Bauchschmerzen Krankheit   Bauchschmerzen Home

Verwandte Suchbegriffe zu Bauchschmerzen:
Bauchbeschwerden, Abdominale Schmerzen, Abdominelle Schmerzen, viszerale Schmerzen, Abdomen, Oberbauchschmerz, Unterbauchschmerz

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

Verwandte Schmerz-Themen von Bauchschmerzen

Bauchschmerzen Top6 Krankheiten

Krankheiten von Bauchschmerzen A-Z:

Sponsorenbereich
Anzeige

Anzeige
Aktuelle Gesundheitsnachrichten

13.000 Pflegestellen in der Langzeitpflege per Gesetz
(17.08.18) Anfang August hat das Bundes-Kabinett den Entwurf eines Pflegepersonal-Stärkungs-Gesetzes (PpSG) beschlossen. Es sieht unter anderem vor, 13.000 Vollzeit-Pflegefachkräfte in stationären Altenpflege-Einrichtungen neu einzustellen. ?Das Hauptziel einer verbesserten Personalausstattung in der stationären Pflege kann jeder unterschreiben?, betont Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes. Wie eine gute medizinische Versorgung für Pflegeheimbewohner organisiert werden kann, zeigen die Arzt-im-Pflegeheim-Programme der AOK Nordost.
Artikel lesen...

Buch "Agenda Pflege 2021" als kostenloser Download
(17.08.18) Das Buch "Agenda Pflege 2021" bietet neue Perspektiven für die Pflege. Herausgeber sind Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerates (DPR), und Nadine-Michèle Szepan, Abteilungsleitung Pflege im AOK-Bundesverband.
Artikel lesen...

Check-up 35: Altersgrenze sinkt
(16.08.18) Die Gesundheitsuntersuchung "Check-up" wird für jüngere Erwachsen zugänglich gemacht. Zudem ändert sich das Intervall: ab 35 findet die Untersuchung nur noch alle drei Jahre statt.
Artikel lesen...

Weiterführende Links
Beliebte Suchworte