20. Juli 2018

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Top6 Themen: Dyspepsie - Bauchschmerzen

Dyspepsie

Dyspepsie Bauchschmerzen Themen und Krankheit
Mit dem Begriff Dyspepsie, auch als Dyspepsia bezeichnet, werden verschiedene Oberbauchbeschwerden unterschiedlicher Entstehung zusammengefasst.

Die Ursachen bzw. Beschwerden, die zu einer Dyspepsie zusammengefasst werden, sind:

- Magenschleimhautentzündung (chronische Gastritis),

- Refluxösophagitis (Speiseröhrenentzündung durch aufsteigenden Magen- oder Zwölffingerdarmsaft),

- Störungen der Bewegungsablaufs von Magen und Darm (Motilitätsstörungen),

- Peptische Stenose (magensaftbedingte Enge),

- Magen-, Zwölffingerdarmgeschwür

- Sklerodermie (chronische Krankheit mit bindegewebigen Verhärtungen),

- Funktionsstörungen durch die Erschlaffung der Magen- und Darmmuskulatur (Achalasie).


Die Symptome einer Dyspepsie sind:

- Völlegefühl,

- Sodbrennen,

- Übelkeit,

- und andere Beschwerden dieser Art.


Therapie

Zur Behandlung einer Dyspepsie gibt es folgende Möglichkeiten:

1. Kausale Therapien

2. (begleitende) Schmerztherapeutische Ansätze

3. Weiterführende Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik


Details:

1. Kausale Therapien

Eine kausale Therapie richtet nach der verursachenden Grunderkrankung. Mögliche Therapien bei einer Dyspepsie sind hier:

- Medikamentöse Therapien
- Umstellung der Ernährungs- bzw. Trinkgewohnheiten
- Diät(en), je nach Ursache
- Darmsanierungen (z. B. bei Parasitenbefall)
- Operative Maßnahmen
- Gezielte psychotherapeutische Ansätze

Welche Therapie bzw. welche Therapien im Einzelfall die richtige bzw. richtigen sind muß jeweils genau abgewogen werden. Empfehlenswert ist grundsätzlich, v. a. vor der Durchführung von Operationen, sich die Meinung von mehreren (Fach-)Ärzten einzuholen.

2. (begleitende) schmerztherapeutische Ansätze

- Medikamentösen Schmerztherapie: Hier eignen sich hauptsächlich sog. Spasmolytika, das sind Mittel gegen Krampfzustände, so z. B. Buscopan®. Sog. nicht steroidale Antirheumatika (Rheumamittel) werden eher schlechter vertragen. Schwere Magenschmerzen sind manchmal dagegen nur durch zentral (im Gehirn / Rückenmark) wirkenden Analgetika (z. B. Tramadol, Valoron N®) zu lindern. Auf die Gefahr einer Schmerzmittelgewöhnung oder gar -abhängigkeit ist grundsätzlich zu achten.
Eine Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva (Mittel gegen Depression, u.a. aber auch bei diesen Schmerzen wirksam) kann in vielen Fällen Schmerzmittel einsparen.

- Akupunktur
- physikalische Ansätze z. B. Wärme (in Form einer Wärmflasche) oder T.E.N.S.
- bestimmte Getränke (z. B. warmer Kräutertee bei Magenbeschwerden)
- gezielte Physiotherapie (nur in manchen Fällen)

Bleibt die Dyspepsie nach kausalen und allgemein-schmerztherapeutischen Ansätzen weiterhin bestehen, sind weiterführende Konzepte einer Schmerzklinik gefragt.

3. Weiterführende Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik:

Die spezielle Schmerztherapie ist ein Spezialgebiet mit sehr hohen Anforderungen und setzt große Erfahrungen voraus. Die optimale Therapie bei einer Dyspepsie erfordert oftmals eine ganz individuelle Kombination von verschiedenen Verfahren der speziellen Schmerztherapie, v. a. aber den gezielten Einsatz der therapeutischen Lokalanästhesie, welche optimal nur durch regelmäßige Anwendungen im Rahmen eines stationären Aufenthalts zum Einsatz kommen kann.

a) Ausführliche Information(en)

b) Analgetikatestung (Methode zur Auswahl des optimalen Medikaments, auf welches ein Patient auch in einem evtl. später noch einmal auftretenden Bedarfsfalls zurückgreifen kann.). Neben „klassischen“ Analgetika stehen hier noch Spasmolytika (Mittel gegen Krampfzustände) und schmerzlindernde Psychopharmaka (auch als Infusionen, individuell ausgetestet) zur Verfügung.

c) Therapeutische Lokalanästhesie

Bei der therapeutischen Lokalanästhesie werden (möglichst lang wirkende) örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) (z. B. Bupivacain) an bestimmten Stellen in den Körper eingebracht. Für die Injektionen werden sehr feine Nadeln verwendet, was von der Empfindung her dem Setzen von Akupunkturnadeln ähnelt.

Die einfachste Methode ist eine wiederholte Triggerpunkt-Behandlung. Dabei werden schmerzhafte Reizpunkte in der entsprechenden Head Zone (= eine über das zugehörige Rückenmarksegment laufende Querverbindung zu dem zugeordneten inneren Organ) am Bauch infiltriert, wodurch es neben der erwünschten Schmerzstillung zu einer Entkrampfung und damit Durchblutungssteigerung der zugehörigen Eingeweide kommt.

Im nächsten Schritt, mit einer deutlich größeren Effektivität, steht die kontinuierliche epidurale (rückenmarknahe) Blockade mit Katheter* zur Verfügung. Diese Methode hat neben der Schmerzlinderung v. a. den vorteilhaften (Neben-)Effekt einer Durchblutungsförderung durch parallele Betäubung des sog. Grenzstrangs (paarige Nervenstränge des unwillkürlichen Nervensystems neben der Wirbelsäule). Das ist bei jeder entzündlichen Schmerzursache (z. B. chronische Gastritis, etc.) von großem Vorteil (speziell zur Vermeidung/ Hinauszögerung von OP-Maßnahmen, s. o.).

Wichtiger Hinweis: Bei entzündlich bedingten, chronischen Magenbeschwerden (z. B. bei einer chronischen Gastritis), stellt die sog. kontinuierliche, epidurale (nahe am Rückenmark) Blockade mit Katheter (Methode der speziellen Schmerztherapie einer Schmerzklinik) eine fast kausale Therapie dar, da sie eine mangelhafte Durchblutung (wieder) in Gang bringt. In manchen Fällen kann sie eine OP verhindern oder lange hinauszögern

d) Ergänzende Methoden

In einer Schmerzklinik werden ergänzende Methoden gezielt zur Unterstützung und Sicherung des Behandlungserfolgs eingesetzt, als reine Monotherapie (alleinige Behandlung) sind diese Methoden sonst allerdings meistens nicht ausreichend. Diese Methoden sind:

- Spezielle Schmerz-Akupunktur
- Hochtontherapie/ „Transkutane Nervenstimulation“ (TENS)
- Wärme/ Kälte
- Entspannungsverfahren oder Hypnoide (bewußtseinsverändernde) Verfahren, wie z. B. das autogene Training oder die progressive Relaxation nach Jakobson sind im Rahmen einer psychologischen Mitbetreuung eine sinnvolle Ergänzung. Zudem ist auch ein Schmerzbewältigungstraining meist sinnvoll.
- diätetische Maßnahmen

Wenn chronische Schmerzen bereits längerfristig bestehen, kann man davon auszugehen, daß nach der sog. „Mainzer Stadieneinteilung“ bereits die Chronifizierungsgrade II oder III vorliegen. In solchen Fällen ist eine rein körperbezogene Behandlung oft nicht mehr ausreichend, so daß zusätzlich psychologisch / psychotherapeutische Interventionen erfolgen sollten.

Leider sind solche Behandlungen ambulant kaum möglich, da nur ganz wenige, niedergelassene Psychologen über eine entsprechende Weiterbildung (spezielle Schmerzpsychotherapie) verfügen.

* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird ein dünner Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Nerv eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt minimal-invasiv (gering verletzender Eingriff) durch eine handelsübliche Kanüle hindurch. Es muß also kein Schnitt wie bei klassischen OPs erfolgen, und, wie bei allen minimal-invasiven Verfahren üblich, ist dadurch der Aufwand sowie das Behandlungsrisiko extrem gering. Über diesen „Mini-Katheter“ wird dann mehrmals täglich, jeweils nach dem Nachlassen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachinjiziert. In manchen Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittels auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Der Trick an der Methodik ist der: Das Lokalanästhetikum wird dabei stets so dosiert, dass die normale Muskelkraft voll erhalten bleibt, aber die Schmerzreizleitung blockiert ist. Dadurch ist ein uneingeschränkter Tagesablauf möglich und es können begleitend krankengymnastische Übungen durchgeführt werden. Dass die schmerzlindernde Wirkung bis auf wenige Ausnahmen über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass diese Methode auch die sog. vegetativen Nerven betäubt. Daraus resultiert eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung (Sympathikolyse), was auch der Grund ist, warum gerade Schmerzen, die durch entzündliche, oder auch degenerative (abnutzungsbedingte) Prozesse entstanden sind, sich hiermit sehr gut behandeln lassen. Eine bessere Durchblutung optimiert auch den Stoffwechsel eines gestörten oder bereits geschädigten Nervs. Nach neusten Erkenntnissen vermag eine solche, intensive, längerfristige Blockadebehandlung sogar das sog. Schmerzgedächtnis zu löschen – ein immens wichtiger Aspekt zur Erlangung anhaltender Schmerzlinderung oder sogar Schmerzfreiheit.





Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


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Verwandte Suchbegriffe zu Bauchschmerzen:
Bauchbeschwerden, Abdominale Schmerzen, Abdominelle Schmerzen, viszerale Schmerzen, Abdomen, Oberbauchschmerz, Unterbauchschmerz

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

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