24. Oktober 2018

Top6 Themen: Schulteramyotrophie - Arm und Beinschmerzen

Schulteramyotrophie

Schulteramyotrophie Arm und Beinschmerzen Themen und Krankheit
Bei der Schulteramyotrophie handelt es sich um eine seltene, neurologische Erkrankung, im Rahmen derer der sog. Armplexus (Plexus brachialis), ein Nervengeflecht aus dem die Nervenversorgung für den Arm und die Brust entspringen, allergisch-entzündlich geschädigt ist.

Die genaue Ursache der Erkrankung ist nicht bekannt, manchmal tritt sie nach Impfungen, Virusinfekten, starker Muskelbelastung oder auch bei Heroinmissbrauch auf. In der Mehrzahl der Fälle ist der rechte Arm betroffen (65%), eine nur linke (12%) oder beidseitige Beteiligung (23%) ist aber möglich. Generell tritt die Erkrankung meist zwischen dem 20. und 60. Lebensjahr und gehäuft bei Männern auf. Jährlich erkranken statistisch offiziell 1.5 Menschen pro 100.000 Einwohner, wobei die Zahl nicht erkannter Fälle wohl um einiges höher liegt.


Symptome:

Das erste Symptom bei Patienten mit Schulteramyotrophie ist fast immer ein heftiger, reißender und plötzlich (meist nachts) einsetzender Schmerz im Schulter- und Oberarmbereich der einige Tage anhält, nicht bewegungsabhängig ist und in den gesamten Arm ausstrahlen kann. Anschließend kommt es schnell (innerhalb von ein paar Stunden bis wenigen Tagen) zu ausgeprägten schlaffen Lähmungen (Paresen) der Schulter- und Oberarmmuskulatur (v.a. Deltamuskel, aber auch Trapeziusmuskel, Bizeps bis hin zum Zwerchfell und einige weitere). Bewegungen wie das Abspreizen oder Heben des Armes sind erheblich eingeschränkt oder unmöglich. Relativ bald bilden sich die betroffenen Muskeln zurück (Atrophie) und die Schulter steift ein, was wiederum zu Schmerzen führt. Sensibilitätsstörungen sind meist nicht sehr ausgeprägt und können auch fehlen.


Ursachen:

Wie oben erwähnt ist die genaue Ursache der Erkrankung bis heute nicht bekannt (Auftreten ohne Ursache = idiopathisch). In vielen Fällen lässt sich eine Schädigung des Plexus durch Bestandteile des eigenen Abwehrsystems (Immunkomplexe), die im Blutkreislauf zirkulieren, nachweisen. Gehäuft treten solche Fälle nach Impfungen, Virusinfekten (z.B. Coxsackie-Viren, Zytomegalie-Viren), starker muskulärer Belastung und bei Heroinabhängigen auf.


Therapie:

Bei der Therapie der Schulteramyotrophie kommen im ersten Schritt allgemeine Therapieansätze zum Einsatz. Zeigen diese zu wenig Wirkung, oder werden die Beschwerden chronisch (Schmerzen länger als 3-6 Monate) sind Konzepte der „speziellen Schmerztherapie“ bzw. weiterführende multimodale Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik gefragt. Dabei gilt generell: „Je früher, desto besser“.

Da die Ursache der Schulteramyotrophie wie oben erwähnt unbekannt ist, zielen alle Therapieansätze auf eine Linderung des Beschwerdebilds. Die Prognose ist im Allgemeinen sehr gut, denn auch ohne Therapie bilden sich die Symptome in ¾ aller Fälle in spätestens 2 Jahren wieder zurück (meist in Wochen bis Monaten).


1. Allgemeine Therapien

a) Medikamentöse Therapie:
Gegen die Entzündung hilft Cortison (z.B. 60 mg Prednisolon/Tag, dann über 2 Wochen rasch absteigend dosieren)

b) Medikamentöse Schmerztherapie:

Bei akuten Schmerzen haben sich folgende Analgetika bewährt: Acetylsalicylsäure (z. B. ASS-ratiopharm®, Aspirin®), Paracetamol (z.B. ben-u-ron®) und sog. nichtsteroidale Antirheumatika wie Ibuprofen (z. B. Brufen®, Dolgit®). Sehr magenschonend und zudem auch entzündungshemmend sind sog. COX-2 Inhibitoren ((z. B. Parecoxib (Dynastat®) o. Etoricoxib (Arcoxia®)). Bei chronischen Formen, die theoretische eine regelmäßige Einnahme von Medikamenten erfordern würden, muß diese Therapieform allerdings als Notlösung betrachtet werden. Analgetika (Schmerzmittel) können Nebenwirkungen haben, ein Gewöhnungseffekt kann eintreten und im schlimmsten Fall ist ein Medikamentenkopfschmerz oder eine Medikamentenabhängigkeit die Folge. Eine Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva (Mittel gegen Depression, u.a. aber auch z. T. bei Schmerzen wirksam) kann in vielen Fällen Schmerzmittel einsparen.

c) Akupunktur

d) Physikalische Therapie:z.B.: T.E.N.S., Wärme, Kälte, heilgymnastische Therapie


2. Weitere Behandlungskonzepte einer Fachklinik

<?  Therapie & Behandlungskonzepte bei Schulteramyotrophie



Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


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Verwandte Suchbegriffe zu Arm und Beinschmerzen:
Beinschmerzen, Armschmerzen, Brachialgie, Armneuralgie, Armbeschwerden, Beinbeschwerden, Gliederschmerz, Extremitätenschmerz

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser
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