2. April 2020

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Influenza

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Grippe - vorbeugen, erkennen und behandeln

Da die sogenannte „echte Grippe“ durch Influenza-Viren ausgelöst wird, bezeichnet man sie auch als „Influenza“. Der Influenza-Viren gibt es verschiedene, in der Regel bekommen sie den Beinamen A, B oder C. Typ A kommt besonders häufig vor und ist zugleich der gefährlichste. Dieser Virus ist weltweit sehr verbreitet und trägt die Befähigung zur ständigen Veränderung (Modifikation) in sich. Das macht es so schwierig, der Grippe zum Beispiel mit einer Impfung vollumfänglich vorbeugen zu können.

In erster Linie ist es aber wichtig und notwendig, dass Sie die echte Grippe nicht mit einem grippalen Infekt verwechseln. Letzterer ist keine Infektion mit Influenza-Viren, sondern lediglich eine Erkältung, die ja für sich schon unangenehm genug sein kann. Der Influenza-Virus ist übrigens auch nicht schuld an einer Magen-Darm-Grippe. Dahinter steckt eine ganze Reihe anderer Erreger, die eben Symptome wie Erbrechen und Durchfall auslösen können.

 

Verursacher der Grippe

Mit nur wenigen tausendstel Millimetern Durchmesser (einige Mikrometer) sind Grippeviren deutlich kleiner als Bakterien. Gern nisten Sie sich zunächst in den Schleimhautzellen der Nase ein, um dort ihre explosive Vermehrung zu starten. Die gegenseitige Ansteckung der Menschen via Tröpfcheninfektion geht dann beispielsweise ganz einfach mit Niesen.

Außerhalb eines menschlichen Körpers können Influenza-Viren sogar mehrere Stunden überdauern, bei Kälte noch länger als bei Wärme. Wer eine Türklinke oder einen Toilettendeckel anfasst, woran sich virushaltige Sekrete befinden, und seine ungewaschene Hand danach zur Nasenschleimhaut führt, hat sehr gute Chancen auf eine Infektion.

Wer erkrankt ist und erste Grippesymptome zeitigt, ist nun selbst circa fünf bis sieben Tage lang ansteckend (infektiös). Damit haben sich die Grippe-Viren einen äußerst effektiven Mechanismus für ihre Verbreitung und Vermehrung einfallen lassen.

 

Krankheitssymptome

Die gute Nachricht: Bei 80 Prozent aller Ansteckungen wird die Infektion kaum mehr als eine leichte Erkältung wahrgenommen. Doch bei den restlichen 20 Prozent gestaltet sich der Krankheitsverlauf schwerwiegend. Das Auftreten der unangenehmen Symptome entwickelt sich sehr schnell, spätestens zwei Tage nach der Ansteckung.

Frösteln und die klare Botschaft, dass man jetzt sehr krank ist, sind nur die Ouvertüre. Schnell kann sich Fieber bis 40 Grad dazugesellen, begleitet von Halsschmerzen, trockenem Husten, Nasenlaufen, tränenden Augen, sehr unangenehmen Gliederschmerzen, Kopfschmerzen und Übelkeit. Wenn keine weiteren Komplikationen eintreten, ist die Infektion nach einigen Tagen, höchstens nach einer Woche, überstanden.

Da unser Abwehrsystem in dieser Zeit auf Hochtouren läuft und alle Hände voll mit den Grippeviren zu tun hat, kann es sich um die üblichen Bakterien, mit denen wir sowieso täglich bombardiert werden, kaum noch kümmern. In der Folge können sich nun parallel bakterielle Infektionen relativ leicht entwickeln. Wenn von Todesfällen im Zusammenhang mit einer Influenza die Rede ist, dann gehen diese meistens nicht direkt auf das Virus zurück, sondern auf sogenannte Sekundärinfektionen wie Ohren-, Lungen- oder Herzmuskelentzündungen, die wegen der Grippe leichtes Spiel hatten.

 

Diagnose

Wie bereits erläutert, kann ein „grippaler Infekt“ ganz ähnliche Symptome wie die Grippe mit sich führen. Kopfschmerzen, Nasenlaufen, Husten und Fieber sind auch hierbei die typischen Symptome. Aber es stecken andere Viren als Verursacher dahinter, was sich darin äußert, dass der Krankheitsverlauf etwas abgemildert verläuft. Hohes Fieber tritt dabei selten auf und das hilflose Gefühl der totalen Abgeschlagenheit kommt nur sehr kurzzeitig oder gar nicht auf.

Der Arzt erkennt das klinische Erscheinungsbild der Influenza-Infektion meistens schon an der Summe der Symptome. Hinzu kommt natürlich noch die allgemeine Information darüber, ob in der betreffenden Region gerade eine Influenza-Epidemie im Gange ist. Um sicherzugehen, macht der Arzt oftmals einen Nasen- oder Rachenabstrich. Zu diesem Zweck benetzt er ein Wattestäbchen mit dem Sekret des Nasen-Rachenraums.

Mithilfe von Influenza A/B-Schnelltests kann die „echte Grippe“ sogleich innerhalb 15 Minuten nachgewiesen werden, wenngleich solche Schnelltests keine hundertprozentige Gewissheit gewähren. Wissenschaftlich fundierter ist der PCR-Test (polymerase chain reaction), mit dessen Hilfe die DNS des Virus im Blut identifiziert werden kann. Auf das Ergebnis muss man aber mindestens einige Stunden warten.

 

Vorbeugungsmaßnahmen gegen Grippe

STIKO ist die Abkürzung für die „Ständige Impfkommission“ am Robert-Koch-Institut. Sie empfiehlt allen Menschen über 60 Jahre und jenen Menschen, die bestimmten Risikogruppen angehören, sich jedes Jahr gegen Influenza impfen zu lassen. Zu den Risikogruppen gehören Menschen mit:

  • - Abwehrschwäche
  • - Diabetes
  • - chronischen Organerkrankungen (Herz, Leber, Nieren)
  • - chronischen Atemwegserkrankungen (Asthma, COPD)

Ärzte und Mitarbeiter in Krankenhäusern haben sehr oft Umgang mit Patienten, die an Influenza erkrankt sind. Für sie sind die regelmäßigen Grippeschutzimpfungen unumgänglich, um der schnellen Weiterverbreitung der Krankheit Einhalt zu gebieten.  Auch schwangeren Frauen ist die Impfung gegen Grippe unbedingt zu empfehlen. Bei Fragen wenden Sie sich am besten an Ihren Hausarzt.

Die Impfstoffe gegen Grippe werden regelmäßig angepasst. Das ist auch nötig, will man sich doch zumindest vor den aktuell am häufigsten vorkommenden Virustypen schützen. Eben wegen der rasanten Veränderlichkeit des Bauplans der Viren sollte die Grippe-Impfung jedes Jahr erneut durchgeführt werden.

Mit einer sehr guten Händehygiene können Sie ganz konkret jeden Tag selbst einen großen Beitrag dafür leisten, dass sich die Grippe nicht ausbreiten kann. Das hilft nicht nur Ihnen selbst, sondern auch Tausenden anderen Menschen in Ihrem Lebensumfeld. Bei einer akuten Erkältungs- oder Grippewelle ist es sogar sinnvoll, bei der Begrüßung auf den Handschlag zu verzichten. Bleibt zu hoffen, dass sich diese einfache Erkenntnis immer weiter herumspricht, damit in diesen Fällen niemand der Unhöflichkeit bezichtigt wird. 

 

Behandlungsmöglichkeiten und Grippe-Medikamente

Zuständig für die Bekämpfung von Viren ist unser körpereigenes Abwehrsystem. Um ihm die nötige Kraft dafür zu geben, braucht der Patient viel Schonung und am besten Bettruhe. Konkrete Maßnahmen des Arztes können sich nur gegen die Symptome und deren Abmilderung richten. Um die Lunge beim Abhusten des kontaminierten Schleims zu unterstützen, könnte der Hausarzt zum Beispiel Inhalationen verschreiben.

Gegen Kopf- und Gliederschmerzen kommen Schmerzmittel zum Einsatz. Bedenken Sie dabei, dass eine weitgehende Schmerzfreiheit den Heilungsprozess tatsächlich unterstützt. Acetylsalicylsäure (Aspirin) ist aber für Kinder unter zwölf Jahren nicht geeignet. Dieses eigentlich einfache und allgegenwärtige Medikament kann bei kleinen Kindern zu gefährlichen Leber- und Gehirnschäden führen, zum Beispiel dem sogenannten Reye-Syndrom.

Fieber ist nicht nur mit Frösteln, sondern auch mit starkem Schwitzen verbunden. Dabei verschwinden große Mengen Körperflüssigkeit in der Bettwäsche. Diese Flüssigkeitsmengen müssen unbedingt wieder durch Trinken ausreichend aufgefüllt werden.

Es gibt aber durchaus auch Medikamente, die direkt antiviral wirken. Dazu gehören zum Beispiel Oseltamivir und Zanamivir. Ihre Wirkung basiert darauf, dass sie die Neuraminidase von Oberflächenmolekülen des Virus hemmen. Eine uneingeschränkte Neuraminidase brauchen aber die Viren für ihre Freisetzung aus einer infizierten Zelle.

Antivirale Medikamente sollten grundsätzlich innerhalb 48 Stunden nach dem Krankheitsbeginn angewendet werden. Das liegt daran, dass sie die Viren daran behindern, sich zu vermehren. Wenn schon alles zu spät ist, machen diese Medikamente kaum noch Sinn. Doch bei rechtzeitiger Einnahme werden Schwere und Dauer der Erkrankung sowie die Wahrscheinlichkeit einer Komplikation durch Bakterien deutlich verringert.

Dennoch verschreibt der Arzt nicht jedem Patienten sofort antivirale Medikamente, die selbstverständlich ihre Nebenwirkungen haben. Personen ohne Vorerkrankungen, die keiner Risikogruppe angehören, können und sollten ihre Grippe besser aus eigener Kraft überstehen, denn das Abwehrsystem erfährt daraus eine wertvolle Schulung.

 





Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


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Verwandte Suchbegriffe zu Arm und Beinschmerzen:
Beinschmerzen, Armschmerzen, Brachialgie, Armneuralgie, Armbeschwerden, Beinbeschwerden, Gliederschmerz, Extremitätenschmerz

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser
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