24. Juni 2018

Top6 Themen: Halsrippensyndrom - Arm und Beinschmerzen

Halsrippensyndrom

Halsrippensyndrom Arm und Beinschmerzen Themen und Krankheit
Das Halsrippensyndrom, auch Naffziger-Syndrom genannt, wird durch eine Kompression des Plexus brachialis (Armnervengeflecht) in der hinteren Skalenuslücke durch eine Halsrippe verursacht.

Die hintere Skalenuslücke wird durch die Mm. scaleni medius und anterior und der 1. Rippe gebildet. Durch sie gelangt die Schlüsselbeinschlagader (A. subclavia) und der Plexus brachialis zur Achselhöhle. Eine Halsrippe ist eine meist rudimentäre Rippe an 7. Halswirbel, die die hintere Skalenuslücke zusätzlich einengen kann.


Symptome

Typische Krankheitszeichen, die ein Halsrippensyndrom verursacht, sind:

- neuralgieartige Schmerzen in Schulter und Arm
- Verstärkung der Beschwerden bei Belastung, besonders bei Zugbelastung
- Schmerzen meist am ellenseitigen Unterarm und in der Hand
- Paresen (Lähmungen)
- Atrophie (Muskelschwund) der kleinen Handmuskeln
- Raynaud-artige Durchblutungsstörungen
- Vaskuläre Symptomatik durch Mikroembolien bei zusätzlicher Stenosierung der A. subclavia


Differentialdiagnosen

Zu ähnlichen Symptomen bzw. zu einer Kompression des Plexus brachialis kann es durch folgende Erkrankungen kommen:

- Hyperabduktionssyndrom;
bei dieser Erkrankung kommt es zu einer Einengung des Armplexus zwischen dem Korakoid (Schnabelfortsatz am Schulterblatt) und dem M. pectoralis minor.

- Der Armplexus
kann aber auch zwischen dem Schlüsselbein und der 1. Rippe komprimiert werden.


Therapie

Bei der Therapie des Halsrippensyndroms kommen im ersten Schritt allgemeine Therapieansätze zum Einsatz. Zeigen diese zu wenig Wirkung, oder werden die Beschwerden chronisch (Schmerzen länger als 3-6 Monate) sind Konzepte der „speziellen Schmerztherapie“ bzw. weiterführende multimodale Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik gefragt. Dabei gilt generell: „Je früher, desto besser“.

Details:

1. Allgemeine Therapien

a) Medikamentöse Schmerztherapie:

Bei akuten (plötzlich einsetzenden, heftigen) und subakuten (eher schleichend verlaufenden) Schmerzen können zunächst bzw. vorwiegend peripher wirkende Schmerzmittel (Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden. Insbesondere sind hier sog. nicht steroidale Antirheumatika (= „Rheumamittel“) zu erwähnen, aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende, zum Beispiel Mobec®. Sehr magenschonend und zudem auch entzündungshemmend sind sog. COX-2 Inhibitoren ((z. B. Parecoxib (Dynastat®) o. Etoricoxib (Arcoxia®)). Muskelrelaxanzien (Mittel zur Muskelentspannung) wie Baclofen (z. B. Lioresal®) können als Ergänzung ebenfalls hilfreich sein. Schwere Schmerzen sind manchmal dagegen nur durch zentral (im Gehirn / Rückenmark) wirkende Analgetika (z. B. Tramadol, Valoron N®) zu lindern. Auf die Gefahr einer Schmerzmittelgewöhnung oder gar -abhängigkeit ist grundsätzlich zu achten. Eine Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva (Mittel gegen Depression, u.a. aber auch z. T. bei Schmerzen wirksam) kann in vielen Fällen Schmerzmittel einsparen. Bei einem mehr anfallsartigen Schmerz können des Weiteren auch Antiepileptika versucht werden (z. B. Carbamazepin, Gabapentin oder Pregabalin).

b) Akupunktur

c) Operative Maßnahmen, z.B. Dekomprimierung des Plexus brachialis

d) Physikalische Therapie - z. B.: T.E.N.S., Wärme, Kälte, Massagen, Krankengymnastik,..


2. Weitere Behandlungskonzepte einer Fachklinik

<?  Therapie & Behandlungskonzepte bei Halsrippensyndrom



Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


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Verwandte Suchbegriffe zu Arm und Beinschmerzen:
Beinschmerzen, Armschmerzen, Brachialgie, Armneuralgie, Armbeschwerden, Beinbeschwerden, Gliederschmerz, Extremitätenschmerz

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser
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