20. Juli 2019

Top6 Themen: Wadenkrämpfe - Arm und Beinschmerzen

Wadenkrämpfe

Wadenkrämpfe Arm und Beinschmerzen Themen und Krankheit
Normalerweise treten Wadenkrämpfe bevorzugt nachts auf (Crampi nocturni), sind zwar lästig und schmerzhaft, aber in der Regel harmlos. Die Wadenmuskulatur ist dabei stark verhärtet und Stehen bzw. Gehen bringt in der Regel rasch Besserung.

Allerdings können Wadenkrämpfe auch im Rahmen anderer Erkrankungen auftreten und stellen hierbei ein sehr ernstzunehmendes Symptom dar. Erkrankungen, die mit Wadenkrämpfen einhergehen, sind unter anderem die myatrophische Lateralsklerose (ALS) und die Myelitis.


Ursachen: Wadenkrämpfe

- Myatrophische Lateralsklerose

Diese neurologische Erkrankung, auch amyotrophische Lateralsklerose genannt, ist charakterisiert durch Muskelschwund (Muskelatrophie) und Spastiken. Die myatrophische Lateralsklerose verläuft progredient und ist unheilbar.


- Myelitis
Hierbei handelt es sich um einen Rückmarksprozess der mit einer entzündlichen Gewebsreaktion einhergeht. Symptome sind Schmerzen, Wadenkrämpfe, Empfindungsstörungen und Lähmungen.

- Arterielle Durchblutungsstörungen
Auch arterielle Durchblutungsstörungen können zu Wadenkrämpfen führen.

- Polyneuropathie
Auch eine Polyneuropathie geht häufig mit Wadenkrämpfen einher. Die Polyneuropathie kann als folge unterschiedlicher Erkrankungen aber auch eigenständig (idiopathisch) Auftreten. Meist handelt es sich um eine alkoholische oder diabetische Polyneuropathie. Andere Formen sind die exotoxische (z.B. durch bestimmt Medikamente), endotoxische (z.B. durch Stoffwechselprodukte) und infektiöse (z.B. im Rahmen einer Borreliose) Polyneuropathie. Charakteristische Symptome sind brennende Dauerschmerzen, Sensibilitätsstörungen, Druckschmerzhaftigkeit von Nerven und Muskeln, sowie motorische Reizerscheinungen.


Therapie: Wadenkrämpfe

Bei der Therapie von Wadenkrämpfen kommen im ersten Schritt allgemeine Therapieansätze zum Einsatz. Zeigen diese zu wenig Wirkung, oder werden die Beschwerden chronisch (Schmerzen länger als 3-6 Monate) sind Konzepte der „speziellen Schmerztherapie“ bzw. weiterführende multimodale Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik gefragt. Dabei gilt generell: „Je früher, desto besser“.

Details:

1. Allgemeine Therapien

a) (Medikamentöse) Behandlung mit
: - Chinin/Theophyllin (Limptar®)
- Chininum sulfuricum
- Chloroquinphosphat
- Magnesium
- Vitamin E und B2
- Diazepam (z.B. Valium®)

b) Medikamentöse Schmerztherapie:
Bei akuten (plötzlich einsetzenden, heftigen) und subakuten (eher schleichend verlaufenden) Schmerzen können zunächst bzw. vorwiegend peripher wirkende Schmerzmittel (Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden.
Insbesondere sind hier sog. nicht steroidale Antirheumatika (= „Rheumamittel“) zu erwähnen, aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende, zum Beispiel Mobec®. Bei starken, schmerzhaften Muskelverspannungen können ergänzend Muskelrelaxanzien (Mittel zur Muskelentspannung) (z. B. Norflex®, Mydocalm®) eine Lösung sein.
Bei einem mehr anfallsartigen Schmerz können des Weiteren auch Antiepileptika versucht werden (z. B. Carbamazepin, Gabapentin oder Pregabalin).

c) Akupunktur

d) Ernährung
: Auch eine gesunde, ausgewogene Ernährung kann den Verlauf von Wadenschmerzen positiv beeinflussen.

e) Physikalische Therapie - z. B.: T.E.N.S., Wärme, Kälte, Massagen, Krankengymnastik,..


2. Weitere Behandlungskonzepte einer Fachklinik

<?  Therapie & Behandlungskonzepte bei Wadenkrämpfe



Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


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Verwandte Suchbegriffe zu Arm und Beinschmerzen:
Beinschmerzen, Armschmerzen, Brachialgie, Armneuralgie, Armbeschwerden, Beinbeschwerden, Gliederschmerz, Extremitätenschmerz

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser
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