20. Januar 2018

Top6 Themen: Schultersteife - Arm und Beinschmerzen

Schultersteife

Schultersteife Arm und Beinschmerzen Themen und Krankheit
Die Schultersteife ist ein unpräziser Begriff und beschreibt im Grunde nicht mehr als eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung im Schultergelenk, der viele verschiedene Ursachen zugrunde liegen können.

Weitere Bezeichnungen sind die frozen shoulder, Periarthropathia humeroscapularis adhaesiva, adhäsives Subakromialsyndrom und Schulterfibrose.



Ursachen

Unterschieden wird zwischen einer primären Schultersteife, deren Ursache unbekannt ist (idiopathisch) und einer sekundäre Schultersteife, die nach Verletzungen oder chronischen Veränderungen am Schultergelenk (z.B. Gelenkverschleiß, Sehnenerkrankungen) entsteht.

Oftmals beginnt die Erkrankung mit einer unspezifischen Entzündung der Gelenkschleimhaut, die unter anderem durch hormonelle Störungen, Blutzucker- oder Fettstoffwechselstörungen ausgelöst werden kann. Sie tritt bevorzugt bei Frauen im 4. bis 6. Lebensjahrzehnt auf. Zunächst stehen Schulterschmerzen im Vordergrund, die zur zunehmenden Schonung des betroffenen Armes führen. Dies kombiniert mit der Entzündung führt zu einer hochgradigen Kapselschrumpfung, welche die Beweglichkeit des Schultergelenkes weiter einschränkt. Die Erkrankung verläuft phasenhaft und kann sich spontan zurückbilden.

Es leuchtet ein, dass eine klare Ursache darin liegt, dass das Schultergelenk infolge von Schmerzen wochen- oder monatelang geschont wird. Das Besondere am Schultergelenk ist, dass die Gelenkpfanne am Schulterblatt im Verhältnis zum Oberarmkopf sehr klein ist und die Führung des Gelenkes daher einerseits überwiegend durch die Muskulatur und andererseits durch die Gelenkkapsel erfolgt. Diese ist relativ weit und ermöglicht so einen sehr großen Bewegungsumfang im Schultergelenk. In jeder Stellung wirft diese Kapsel demzufolge allerdings an der einen oder anderen Seite Falten. Werden bestimmte Bewegungen im Schultergelenk aufgrund schmerzhafter Veränderungen dauerhaft vermieden, so kann es zu Verklebungen dieser Falten kommen. Gerade nach Knochenbrüchen ist dies mechanisch oder schmerzhaft bedingt.

Ebenso durch wiederholte Reizungen oder Entzündungen eines Schleimbeutels, der Reibungen vermindern soll (die sog. Bursa subacromialis) sowie der Sehnenansätze der Muskeln die das Schultergelenk umfassen (Rotatorenmanschette) kommt es zu einer Vermehrung von Gewebe durch Wucherung oder Sprossung und letztlich zur Verklebung des Gleitgewebes zwischen dem Gelenkkopf des Oberarmknochens und dem Schulterdach.

Andere mögliche Ursachen der Bewegungseinschränkung mit Folge einer Schultersteife sind:

- Verkürzung von Muskeln, die das Gelenk bewegen und bei Bewegungen in die Gegenrichtung nachgeben müssen

- schmerzhafte Einklemmung (Impingement-Syndrom) von Muskelsehnen

- Periarthritis humeroscapularis, ein Überbegriff für verschiedene schmerzhafte Krankheitszeichen in der Umgebung des Schultergelenks

- Schultergelenksarthrose



Symptome

In Stadium 1 steht ein zunehmender Bewegungsschmerz, der heftig bis unerträglich sein kann und sich insbesondere nachts noch verschlechtert, im Vordergrund. Die Bewegungseinschränkung wird häufig von den Betroffenen zunächst noch nicht bemerkt. Dauer: etwa drei bis neun Monate.

Im folgenden Stadium 2 lässt der Schmerz langsam nach, das Gelenk steift nun aber merklich ein, besonders bemerkbar bei Außen- und Innendrehung bzw. Abspreizung des Arms. Zum Ende dieser Phase kann die Schulter vollständig in ihrer Bewegung eingeschränkt sein. Dauer: bis zu 15 Monate.

Im letzten Stadium 3 (Lösungsstadium) wird die versteifte und nicht mehr schmerzende Schulter langsam wieder beweglicher, weil sich die entzündlichen Veränderungen an der Gelenkkapsel zurückbilden. Das betroffene Schultergelenk ist letztlich in seiner Beweglichkeit nur noch unwesentlich eingeschränkt oder sogar wieder frei beweglich. Dauer: durchschnittlich neun Monate.

Die Diagnosestellung erfolgt durch die Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) und eine Ultraschalluntersuchung oder Röntgen-Kontrastdarstellung des Schultergelenks.



Therapie

Die Schultersteife verläuft in manchen Fällen sehr hartnäckig, und betroffene Patienten leiden sehr darunter. Daher kommen bei der Therapie der Schultersteife im ersten Schritt zunächst allgemeine Therapieansätze zum Einsatz. Zeigen diese zu wenig Wirkung, oder werden die Beschwerden chronisch (Schmerzen länger als 3-6 Monate) sind Konzepte der „speziellen Schmerztherapie“ bzw. weiterführende multimodale Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik gefragt. Dabei gilt generell: „Je früher, desto besser“.


1. Allgemeine Therapien

a) Medikamentöse Therapie:
Gegen die Entzündung helfen regelmäßige Kortisoneinspritzungen (oder Abkömmlinge), was allerdings u.U. von einigen Nebenwirkungen begleitet sein kann.

b) Medikamentöse Schmerztherapie:
Bei akuten (plötzlich einsetzenden, heftigen) und subakuten (eher schleichend verlaufenden) Schmerzen können zunächst bzw. vorwiegend peripher wirkende Schmerzmittel (Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden. Insbesondere sind hier sog. nicht steroidale Antirheumatika (= „Rheumamittel“) zu erwähnen, aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende, zum Beispiel Mobec®. Sehr magenschonend und zudem auch entzündungshemmend sind sog. COX-2 Inhibitoren ((z. B. Parecoxib (Dynastat®) o. Etoricoxib (Arcoxia®)). Bei akuten Schmerzen haben sich folgende Analgetika bewährt: Acetylsalicylsäure (z. B. ASS-ratiopharm®, Aspirin®), Paracetamol (z.B. ben-u-ron®) und sog. nichtsteroidale Antirheumatika wie Ibuprofen (z. B. Brufen®, Dolgit®). Bei chronischen Formen, die theoretische eine regelmäßige Einnahme von Medikamenten erfordern würden, muß diese Therapieform allerdings als Notlösung betrachtet werden. Analgetika (Schmerzmittel) können Nebenwirkungen haben, ein Gewöhnungseffekt kann eintreten und im schlimmsten Fall ist ein Medikamentenkopfschmerz oder eine Medikamentenabhängigkeit die Folge. Eine Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva (Mittel gegen Depression, u.a. aber auch z. T. bei Schmerzen wirksam) kann in vielen Fällen Schmerzmittel einsparen. Schwere Schmerzen sind manchmal dagegen nur durch zentral (im Gehirn / Rückenmark) wirkende Analgetika (z. B. Tramadol, Valoron N®) zu lindern. Auf die Gefahr einer Schmerzmittelgewöhnung oder gar -abhängigkeit ist grundsätzlich zu achten. Bei starken, schmerzhaften Muskelverspannungen können ergänzend Muskelrelaxanzien (Mittel zur Muskelentspannung) (z. B. Norflex®, Mydocalm®) eine Lösung sein.

c) Akupunktur

d) Operative Maßnahmenkommen nur in schweren und sehr hartnäckigen Fällen zur Anwendung:

Durchbewegen der Schulter in Narkose (Narkosemobilisation)
- Gelenkspiegelung samt Kapselspaltung bzw. -dehnung

e) Physikalische Therapie - z. B.: T.E.N.S., Wärme, Kälte, Massagen, Krankengymnastik, Magnetfeldtherapie





2. Weitere Behandlungskonzepte einer Fachklinik

<?  Therapie & Behandlungskonzepte bei Schultersteife



Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


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Verwandte Suchbegriffe zu Arm und Beinschmerzen:
Beinschmerzen, Armschmerzen, Brachialgie, Armneuralgie, Armbeschwerden, Beinbeschwerden, Gliederschmerz, Extremitätenschmerz

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser
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