22. September 2018

Top6 Themen: Restless Legs - Arm und Beinschmerzen

Restless Legs

Restless Legs Arm und Beinschmerzen Themen und Krankheit
Restless Legs ist ein englischer Begriff und kann mit "unruhige Beine" übersetzt werden. Gebräuchlich ist auch die Bezeichnung Restless-Legs-Syndrom“.

Restless Legs können in zwei Formen auftreten: Zum einen idiopathisch, also als eigenständige Krankheit, oder zum anderen symptomatisch, also als Folge einer anderen Erkrankung.

Zu den möglichen idiopathischen Ursachen zählen:
- erbliche Ursachen
- Durchblutungsstörungen
- Nervenerkrankungen
- Muskelerkrankungen
- Alkoholismus
- Vitaminmangel

Zu den möglichen symptomatischen Ursachen zählen:
- Eisenmangel
- „Harnvergiftung“ durch ungenügende Nierenleistung (Urämie)
- Schädigung des Rückenmarks
- Polyneuropathie

Restless Legs sind gekennzeichnet durch zeitweilig auftretende (intermittierende), attackenförmig (paroxysmal) auftretende schmerzhafte Empfindungen (Parästhesien und Dysästhesien) in den Beinen (selten auch in den Armen), verbunden mit einer Bewegungsunruhe (v. a. nachts bzw. beim Liegen). Meistens ist die Außenseite der Unterschenkel betroffen. Die Krankheitsursache (Ätiologie) ist unklar.

Weitere Merkmale sind:

• Auftreten bzw. Verstärkung der Beschwerden in Ruhe
• Besserung durch Bewegung
• Zunahme der Beschwerden in der Nacht

Kältereiz, Blutarmut (Anämie) und Schwangerschaft begünstigten die Symptome.

Obwohl durchschnittlich sieben Prozent der männlichen und 13 Prozent der weiblichen Bevölkerung von Restless Legs betroffen sind, ist die Krankheit auch in Fachkreisen immer noch leider relativ unbekannt. Über dem 65. Lebensjahr scheint sogar jeder Vierte in ihr zu leiden.

Restless-Legs-Patienten wird empfohlen auf Alkohol, Nikotin, Koffein, Kohlensäure, Süßstoffe (Aspartam) und Geschmacksverstärker (Glutamat) zu verzichten. Diese Stoffe sollen die Symptomatik verstärken können. Selbiges wird von Entspannungsmethoden behauptet. (Quelle: www.netdoktor.at)

Differentialdiagnostisch (welche Krankheiten sonst noch in Frage kommen) sind folgende Erkrankungen zu erwähnen:

• Burning-feet -Syndrom
• Polyneuropathie / diabetische Neuropathie bzw. diabetische Polyneuropathie
• Depressionen (das ist erst eine mögliche Spätfolge)
• Morbus Parkinson
• Borreliose (häufig nicht erkannt)
• Psychosomatische Erkrankungen
• Venenerkrankung der Beine (oft auch mit Brennen und Kribbeln verbunden, wird auch nach Bewegung besser)

Therapie

Zur Therapie von Restless Legs stehen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Deshalb unterscheidet man:

I. Allgemeine Therapieansätze

und

II. Weiterführende Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik

Akute Beschwerden können im Rahmen der hausärztlichen Behandlung oder der ambulanten Schmerzpraxis behandelt werden. Werden die Restless Legs Beschwerden chronisch sollten Sie sich an eine erfahrene Schmerzklinik wenden.

1. Möglichkeiten die Schmerzen symptomatisch (auch ambulant) zu behandeln:

- Medikamentöse Schmerztherapie: Eine Behandlung mit „normalen“ Schmerzmittel (Analgetika) erweist sich meistens als unbefriedigend. Zur Therapie der Restless Legs werden deshalb in der Praxis häufig Benzodiazepine (Beruhigungsmittel) verschrieben, wovon aber wegen des enormen Gewöhnungspotentials abzuraten ist. Öfters sprechen die Beschwerden auch auf eine Kombination von Carbamazepin bzw. Gabapentin (z. B. Neurontin®) oder auch Pregabalin (Lyrica®)(Mittel gegen die Fallsucht aber auch bei diesen Beschwerden hilfreich) mit Baclofen (ein im Rückenmark / Gehirn wirkendes Mittel zur Muskelentspannung) an. Als Mittel der Wahl gilt heute auch Levodopa (z. B. Restex®)(eigentlich ein Mittel gegen Parkinson, der sog. "Schüttellähmung"). Diese Medikation soll in 75% alle Fälle zufrieden stellende Ergebnisse liefern. Pramipexol (Sifrol ®, Mirapexin®, in den USA Mirapex®) - ein Non-Ergot-Agonist bzw. Dopamin-Agonist - soll nach einer neueren Studie ebenfalls gut wirksam sein, selbiges gilt für den Dopaminagonist Ropinirol (z.B. ReQuip®, Adartrel®).

- Akupunktur

2. Weiterführende Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik:

Die spezielle Schmerztherapie ist ein Spezialgebiet mit sehr hohen Anforderungen und setzt große Erfahrungen voraus. Die optimale Therapie von Restless Legs erfordert eine ganz individuelle Kombination von verschiedenen Verfahren der speziellen Schmerztherapie, v. a. aber den gezielten Einsatz der therapeutischen Lokalanästhesie, welche optimal nur durch regelmäßige Anwendungen im Rahmen eines stationären Aufenthalts zum Einsatz kommen kann. Die Methoden im Einzelnen sind:

a) Ausführliche Information über die Erkrankung

b) Therapeutische Lokalanästhesie

Bei der therapeutischen Lokalanästhesie werden (möglichst lang wirkende) örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) (z.B. Bupivacain) an bestimmten Stellen in den Körper eingebracht. Für die Injektionen werden sehr feine Nadeln verwendet, was von der Empfindung her dem Setzen von Akupunkturnadeln ähnelt. Die Betäubungsmittel werden entweder in die schmerzende Stelle (Infiltration) oder direkt an den schmerzleitenden Nerv gespritzt (Nervenblockade). Das örtliche Betäubungsmittel wird dabei so verdünnt, dass die Muskelkraft erhalten bleibt.

Zuverlässig helfen bei Restless Legs wiederholte Blockaden der Nn. ischiadici (Ischias nerven). Optimal ist diese Behandlung in Form einer kontinuierlichen Blockade mit Katheter*, was der nächst höheren Therapiestufe entspricht.

c) Ergänzende Methoden

In einer Schmerzklinik werden ergänzende Methoden gezielt zur Unterstützung und Sicherung des Behandlungserfolgs eingesetzt, als reine Monotherapie (alleinige Behandlung) sind diese Methoden sonst allerdings meistens nicht ausreichend. Diese Methoden sind v. a. bei Restless Legs:

- Spezielle Schmerz-Akupunktur
Wenn chronische Schmerzen bereits längerfristig bestehen, kann man davon auszugehen, daß nach der sog. „Mainzer Stadieneinteilung“ bereits die Chronifizierungsgrade II oder III vorliegen. In solchen Fällen ist eine rein körperbezogene Behandlung oft nicht mehr ausreichend, sodaß zusätzlich psychologisch / psychotherapeutische Interventionen erfolgen sollten.

* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird ein dünner Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Nerv eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt minimal-invasiv (gering verletzender Eingriff) durch eine handelsübliche Kanüle hindurch. Es muß also kein Schnitt wie bei klassischen OPs erfolgen, und, wie bei allen minimal-invasiven Verfahren üblich, ist dadurch der Aufwand sowie das Behandlungsrisiko extrem gering. Über diesen „Mini-Katheter“ wird dann mehrmals täglich, jeweils nach dem Nachlassen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachinjiziert. In manchen Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittels auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Der Trick an der Methodik ist der: Das Lokalanästhetikum wird dabei stets so dosiert, dass die normale Muskelkraft voll erhalten bleibt, aber die Schmerzreizleitung blockiert ist. Dadurch ist ein uneingeschränkter Tagesablauf möglich und es können begleitend krankengymnastische Übungen durchgeführt werden. Dass die schmerzlindernde Wirkung bis auf wenige Ausnahmen über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass diese Methode auch die sog. vegetativen Nerven betäubt. Daraus resultiert eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung (Sympathikolyse), was auch der Grund ist, warum gerade Schmerzen, die durch entzündliche, oder auch degenerative (abnutzungsbedingte) Prozesse entstanden sind, sich hiermit sehr gut behandeln lassen. Eine bessere Durchblutung optimiert auch den Stoffwechsel eines gestörten oder bereits geschädigten Nervs. Nach neusten Erkenntnissen vermag eine solche, intensive, längerfristige Blockadebehandlung sogar das sog. Schmerzgedächtnis zu löschen – ein immens wichtiger Aspekt zur Erlangung anhaltender Schmerzlinderung oder sogar Schmerzfreiheit.





Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


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Verwandte Suchbegriffe zu Arm und Beinschmerzen:
Beinschmerzen, Armschmerzen, Brachialgie, Armneuralgie, Armbeschwerden, Beinbeschwerden, Gliederschmerz, Extremitätenschmerz

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser
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