19. August 2018

Top6 Themen: Morbus Köhler - Arm und Beinschmerzen

Morbus Köhler

Morbus Köhler Arm und Beinschmerzen Themen und Krankheit
Beim Morbus Köhler, teilweise auch Köhlersyndrom genannt, unterscheidet man einen Typ I von einem Typ II. Bei beiden handelt es sich um eine avaskuläre (von der Gefäßversorgung abgeschnittene) bzw. aseptische (keimfreie) Nekrose, oder genauer Osteochondronekrose.

Beim Morbus Köhler I handelt es sich um eine Durchblutungsstörung, welche mit einem Abbau des Kahnbeins (einer der Fußwurzelknochen) einhergeht. Von dieser Erkrankung sind hauptsächlich Jungen im Alter zwischen 2 und 12 Jahren betroffen.

Der Morbus Köhler II, auch Freiberg-Köhler-Syndrom oder Panner’s-Disease genannt, ist eine Um- bzw. Abbauerkrankung des Knochens, welche sich meist am Köpfchen des zweiten Mittelfußknochens manifestiert. Von dieser Erkrankung sind meist Frauen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren betroffen.


Ursachen

Morbus Köhler I

Die genauen Ursachen des Morbus Köhler I sind noch nicht bekannt. Vermutet werden mechanische Ursachen durch andauernde starke Belastung, aber auch Durchblutungsstörungen und angeborene Ursachen werden in Erwägung gezogen.


Morbus Köhler II

Auch beim Morbus Köhler II sind die Ursachen noch nicht genau bekannt. Hier kommen ebenfalls mechanische Ursachen durch andauernde stake Überlastung, wie z.B. bei Stellungsanomalien (Spreiz- oder Plattfuß), infrage, die ebenfalls die Durchblutung beeinträchtigen. Aber auch direkte Durchblutungsstörungen, wie beispielsweise nach Frakturen, werden in Betracht gezogen.


Symptome

Morbus Köhler I

Typische Symptome des Morbus Köhler I sind:

- starke Mittelfußschmerzen bei Belastung
- Schonhinken
- Belastung des äußeren Fußrandes


Morbus Köhler II

Symptome des Morbus Köhler II sind:

- starke Vor- bzw. Mittelfußknochens bei Belastung, direkt über dem Metatarsalköpfchen
- Schonhinken
- Schwellung des Vorfußes
- Schmerzen bei der Fußabrollbewegung
- Kontrakturen (anhaltendes Zusammenziehen) der Zehen


Diagnose

Die diagnostischen Untersuchungen sind beim Morbus Köhler I und II weitgehend die Selben. Folgende Untersuchungen können zur Diagnostik durchgeführt werden:

- Körperliche Untersuchung:
Untersuchung auch Druckschmerzen, Schwellungen, Kontrakturen und Fehlstellungen.

- Röntgenuntersuchung in zwei Ebenen um knöcherne Veränderungen zu erkennen.

- Szintigraphie zur Sicherung eines nicht eindeutigen Röntgenbefundes.


Therapie

Bei der Therapie des Morbus Köhler kommen im ersten Schritt allgemeine Therapieansätze zum Einsatz. Zeigen diese zu wenig Wirkung, oder werden die Beschwerden chronisch (Schmerzen länger als 3-6 Monate) sind Konzepte der „speziellen Schmerztherapie“ bzw. weiterführende multimodale Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik gefragt. Dabei gilt generell: „Je früher, desto besser“.

Details:

1. Allgemeine Therapien

a) Medikamentöse Schmerztherapie:

Bei akuten (plötzlich einsetzenden, heftigen) und subakuten (eher schleichend verlaufenden) Schmerzen können zunächst bzw. vorwiegend peripher wirkende Schmerzmittel (Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden. Insbesondere sind hier sog. nicht steroidale Antirheumatika (= „Rheumamittel“) zu erwähnen, aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende, zum Beispiel Mobec®. Sehr magenschonend und zudem auch entzündungshemmend sind sog. COX-2 Inhibitoren ((z. B. Parecoxib (Dynastat®) o. Etoricoxib (Arcoxia®)). Muskelrelaxanzien (Mittel zur Muskelentspannung) wie Baclofen (z. B. Lioresal®) können als Ergänzung ebenfalls hilfreich sein. Schwere Schmerzen sind manchmal dagegen nur durch zentral (im Gehirn / Rückenmark) wirkende Analgetika (z. B. Tramadol, Valoron N®) zu lindern. Auf die Gefahr einer Schmerzmittelgewöhnung oder gar -abhängigkeit ist grundsätzlich zu achten. Eine Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva (Mittel gegen Depression, u.a. aber auch z. T. bei Schmerzen wirksam) kann in vielen Fällen Schmerzmittel einsparen.

b) Akupunktur

c) Operative Maßnahmen, z.B. (Teil-)Entfernung des Grundgliedes des betroffenen Zehens bei Morbus Köhler II.

d) Physikalische Therapie - z. B.: T.E.N.S., Wärme, Kälte, Massagen, Krankengymnastik, Hochtontherapie, Iontophorese, Schielebäder,..

e) Schonung und Entlastung z.B. mit Stützeinlagen oder Gipsverbänden




2. Weitere Behandlungskonzepte einer Fachklinik

<?  Therapie & Behandlungskonzepte bei Morbus Köhler



Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


Arm und Beinschmerzen Krankheit   Arm und Beinschmerzen Home

Verwandte Suchbegriffe zu Arm und Beinschmerzen:
Beinschmerzen, Armschmerzen, Brachialgie, Armneuralgie, Armbeschwerden, Beinbeschwerden, Gliederschmerz, Extremitätenschmerz

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser
Weitere Information zu Arm- und Beinschmerzen finden Sie unter folgenden verwandten Themen Armschmerzen und Beinschmerz-Formen weitere Themen...

Verwandte Schmerz-Themen von Arm und Beinschmerzen

Arm und Beinschmerzen Top6 Krankheiten

Krankheiten Arm und Beinschmerzen A-Z:

Sponsorenbereich
Anzeige

Anzeige
Aktuelle Gesundheitsnachrichten

13.000 Pflegestellen in der Langzeitpflege per Gesetz
(17.08.18) Anfang August hat das Bundes-Kabinett den Entwurf eines Pflegepersonal-Stärkungs-Gesetzes (PpSG) beschlossen. Es sieht unter anderem vor, 13.000 Vollzeit-Pflegefachkräfte in stationären Altenpflege-Einrichtungen neu einzustellen. ?Das Hauptziel einer verbesserten Personalausstattung in der stationären Pflege kann jeder unterschreiben?, betont Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes. Wie eine gute medizinische Versorgung für Pflegeheimbewohner organisiert werden kann, zeigen die Arzt-im-Pflegeheim-Programme der AOK Nordost.
Artikel lesen...

Buch "Agenda Pflege 2021" als kostenloser Download
(17.08.18) Das Buch "Agenda Pflege 2021" bietet neue Perspektiven für die Pflege. Herausgeber sind Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerates (DPR), und Nadine-Michèle Szepan, Abteilungsleitung Pflege im AOK-Bundesverband.
Artikel lesen...

Check-up 35: Altersgrenze sinkt
(16.08.18) Die Gesundheitsuntersuchung "Check-up" wird für jüngere Erwachsen zugänglich gemacht. Zudem ändert sich das Intervall: ab 35 findet die Untersuchung nur noch alle drei Jahre statt.
Artikel lesen...

Weiterführende Links