17. Januar 2018

Top6 Themen: Morbus Köhler - Arm und Beinschmerzen

Morbus Köhler

Morbus Köhler Arm und Beinschmerzen Themen und Krankheit
Beim Morbus Köhler, teilweise auch Köhlersyndrom genannt, unterscheidet man einen Typ I von einem Typ II. Bei beiden handelt es sich um eine avaskuläre (von der Gefäßversorgung abgeschnittene) bzw. aseptische (keimfreie) Nekrose, oder genauer Osteochondronekrose.

Beim Morbus Köhler I handelt es sich um eine Durchblutungsstörung, welche mit einem Abbau des Kahnbeins (einer der Fußwurzelknochen) einhergeht. Von dieser Erkrankung sind hauptsächlich Jungen im Alter zwischen 2 und 12 Jahren betroffen.

Der Morbus Köhler II, auch Freiberg-Köhler-Syndrom oder Panner’s-Disease genannt, ist eine Um- bzw. Abbauerkrankung des Knochens, welche sich meist am Köpfchen des zweiten Mittelfußknochens manifestiert. Von dieser Erkrankung sind meist Frauen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren betroffen.


Ursachen

Morbus Köhler I

Die genauen Ursachen des Morbus Köhler I sind noch nicht bekannt. Vermutet werden mechanische Ursachen durch andauernde starke Belastung, aber auch Durchblutungsstörungen und angeborene Ursachen werden in Erwägung gezogen.


Morbus Köhler II

Auch beim Morbus Köhler II sind die Ursachen noch nicht genau bekannt. Hier kommen ebenfalls mechanische Ursachen durch andauernde stake Überlastung, wie z.B. bei Stellungsanomalien (Spreiz- oder Plattfuß), infrage, die ebenfalls die Durchblutung beeinträchtigen. Aber auch direkte Durchblutungsstörungen, wie beispielsweise nach Frakturen, werden in Betracht gezogen.


Symptome

Morbus Köhler I

Typische Symptome des Morbus Köhler I sind:

- starke Mittelfußschmerzen bei Belastung
- Schonhinken
- Belastung des äußeren Fußrandes


Morbus Köhler II

Symptome des Morbus Köhler II sind:

- starke Vor- bzw. Mittelfußknochens bei Belastung, direkt über dem Metatarsalköpfchen
- Schonhinken
- Schwellung des Vorfußes
- Schmerzen bei der Fußabrollbewegung
- Kontrakturen (anhaltendes Zusammenziehen) der Zehen


Diagnose

Die diagnostischen Untersuchungen sind beim Morbus Köhler I und II weitgehend die Selben. Folgende Untersuchungen können zur Diagnostik durchgeführt werden:

- Körperliche Untersuchung:
Untersuchung auch Druckschmerzen, Schwellungen, Kontrakturen und Fehlstellungen.

- Röntgenuntersuchung in zwei Ebenen um knöcherne Veränderungen zu erkennen.

- Szintigraphie zur Sicherung eines nicht eindeutigen Röntgenbefundes.


Therapie

Bei der Therapie des Morbus Köhler kommen im ersten Schritt allgemeine Therapieansätze zum Einsatz. Zeigen diese zu wenig Wirkung, oder werden die Beschwerden chronisch (Schmerzen länger als 3-6 Monate) sind Konzepte der „speziellen Schmerztherapie“ bzw. weiterführende multimodale Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik gefragt. Dabei gilt generell: „Je früher, desto besser“.

Details:

1. Allgemeine Therapien

a) Medikamentöse Schmerztherapie:

Bei akuten (plötzlich einsetzenden, heftigen) und subakuten (eher schleichend verlaufenden) Schmerzen können zunächst bzw. vorwiegend peripher wirkende Schmerzmittel (Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden. Insbesondere sind hier sog. nicht steroidale Antirheumatika (= „Rheumamittel“) zu erwähnen, aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende, zum Beispiel Mobec®. Sehr magenschonend und zudem auch entzündungshemmend sind sog. COX-2 Inhibitoren ((z. B. Parecoxib (Dynastat®) o. Etoricoxib (Arcoxia®)). Muskelrelaxanzien (Mittel zur Muskelentspannung) wie Baclofen (z. B. Lioresal®) können als Ergänzung ebenfalls hilfreich sein. Schwere Schmerzen sind manchmal dagegen nur durch zentral (im Gehirn / Rückenmark) wirkende Analgetika (z. B. Tramadol, Valoron N®) zu lindern. Auf die Gefahr einer Schmerzmittelgewöhnung oder gar -abhängigkeit ist grundsätzlich zu achten. Eine Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva (Mittel gegen Depression, u.a. aber auch z. T. bei Schmerzen wirksam) kann in vielen Fällen Schmerzmittel einsparen.

b) Akupunktur

c) Operative Maßnahmen, z.B. (Teil-)Entfernung des Grundgliedes des betroffenen Zehens bei Morbus Köhler II.

d) Physikalische Therapie - z. B.: T.E.N.S., Wärme, Kälte, Massagen, Krankengymnastik, Hochtontherapie, Iontophorese, Schielebäder,..

e) Schonung und Entlastung z.B. mit Stützeinlagen oder Gipsverbänden




2. Weitere Behandlungskonzepte einer Fachklinik

<?  Therapie & Behandlungskonzepte bei Morbus Köhler



Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


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Verwandte Suchbegriffe zu Arm und Beinschmerzen:
Beinschmerzen, Armschmerzen, Brachialgie, Armneuralgie, Armbeschwerden, Beinbeschwerden, Gliederschmerz, Extremitätenschmerz

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser
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