24. Juni 2018

Top6 Themen: Lunatummalazie - Arm und Beinschmerzen

Lunatummalazie

Lunatummalazie Arm und Beinschmerzen Themen und Krankheit
Bei der Lunatummalazie, auch Morbus Kienböck, Lunatumnekrose, Mondbeinnekrose oder Mondbeintod genannt, handelt es sich um eine krankhafte Erweichung (Malazie) des Os lunatum (Mondbein).

Das Os lunatum ist einer der acht Handwurzelknochen, die zusammen mit den beiden Unterarmknochen und den fünf Mittelhandknochen, das Handgelenk bilden. Am häufigsten Erkranken an der Lunatummalazie Erwachsene im Alter zwischen 20 und 40 Jahren. Jugendliche sind seltener betroffen.


Ursachen

Die Lunatummalazie entsteht durch eine aseptische Nekrose, bei welcher sich das Os lunatum zunehmend, aber meist nur teilweise, auflöst. Im Endeffekt resultiert daraus dann eine Handgelenksarthrose. Für diese örtliche Nekrose scheinen lokale Durchblutungsstörungen verantwortlich zu sein. Weitere Ursachen können ein Längenmissverhältnis zwischen Elle und Speiche, dauernde Überlastung mit Mikrotraumen (z.B. bei Pressluftarbeiten) und Gefäßanomalien sein.


Symptome

Typische Symptome der Lunatummalazie sind:

- Handgelenkschmerzen
 zunächst als Bewegungs- und Belastungsschmerz
 später auch als Ruhe-, Druck- und Stauchungsschmerz
- Kraftminderung
- Eingeschränkte Beweglichkeit
- Meist Befall der „Gebrauchshand“


Diagnose

Die Diagnose der Lunatummalazie wird in der Regel durch ein Röntgenbild in zwei Ebenen gestellt. Je nach Fortschritt der Erkrankung kann sie dann in verschiedene Stadien (nach Decoulx) eingeteilt werden:

Stadium 0:
keine sichtbaren radiologischen Veränderungen

Stadium I:
Verdichtung des Os lunatum bei erhaltener Kontur

Stadium II:
mosaikartige Veränderungen, bei weitestgehend erhaltener Kontur

Stadium III:
fragmentiertes Os lunatum, mit zusätzlich umschriebener Arthrose

Stadium IV:
deformiertes Os lunatum, mit Arthrose der Handwurzel

Ergänzend können diagnostisch noch eine Szintigraphie und ein MRT durchgeführt werden.


Therapie

Bei der Therapie der Lunatummalazie kommen im ersten Schritt allgemeine Therapieansätze zum Einsatz. Zeigen diese zu wenig Wirkung, oder werden die Beschwerden chronisch (Schmerzen länger als 3-6 Monate) sind Konzepte der „speziellen Schmerztherapie“ bzw. weiterführende multimodale Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik gefragt. Dabei gilt generell: „Je früher, desto besser“.

Details:

1. Allgemeine Therapien

a) Medikamentöse Schmerztherapie:

Bei akuten (plötzlich einsetzenden, heftigen) und subakuten (eher schleichend verlaufenden) Schmerzen können zunächst bzw. vorwiegend peripher wirkende Schmerzmittel (Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden. Insbesondere sind hier sog. nicht steroidale Antirheumatika (= „Rheumamittel“) zu erwähnen, aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende, zum Beispiel Mobec®. Sehr magenschonend und zudem auch entzündungshemmend sind sog. COX-2 Inhibitoren ((z. B. Parecoxib (Dynastat®) o. Etoricoxib (Arcoxia®)). Muskelrelaxanzien (Mittel zur Muskelentspannung) wie Baclofen (z. B. Lioresal®) können als Ergänzung ebenfalls hilfreich sein. Schwere Schmerzen sind manchmal dagegen nur durch zentral (im Gehirn / Rückenmark) wirkende Analgetika (z. B. Tramadol, Valoron N®) zu lindern. Auf die Gefahr einer Schmerzmittelgewöhnung oder gar -abhängigkeit ist grundsätzlich zu achten. Eine Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva (Mittel gegen Depression, u.a. aber auch z. T. bei Schmerzen wirksam) kann in vielen Fällen Schmerzmittel einsparen.

b) Akupunktur

c) Operative Maßnahmen,
z.B. Dekompression oder Druckentlastung

d) Physikalische Therapie
- z. B.: T.E.N.S., Wärme, Kälte, Massagen, Krankengymnastik,..

e) Ruhigstellung und Druckentlastung,
z.B. mit einem Gipsverband




2. Weitere Behandlungskonzepte einer Fachklinik

<?  Therapie & Behandlungskonzepte bei Lunatummalazie



Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


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Verwandte Suchbegriffe zu Arm und Beinschmerzen:
Beinschmerzen, Armschmerzen, Brachialgie, Armneuralgie, Armbeschwerden, Beinbeschwerden, Gliederschmerz, Extremitätenschmerz

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser
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