13. November 2018

Top6 Themen: Durchblutungsstörungen - Arm und Beinschmerzen

Durchblutungsstörungen

Durchblutungsstörungen Arm und Beinschmerzen Themen und Krankheit
Ca. 20% der Bevölkerung in Deutschland über 55 Jahre leiden an Durchblutungsstörungen, wobei Männer etwa sechs Mal häufiger betroffen sind als Frauen.

Grundsätzlich muss man dabei arterielle von venösen Durchblutungsstörungen unterscheiden. Diese können akut auftreten oder chronisch sein. Akute, d.h. plötzlich auftretende Durchblutungsstörungen können gravierende Folgen haben, wie man an den Beispielen Herzinfarkt und Schlaganfall sehen kann.


Formen und Ursachen: Durchblutungsstörungen

Venöse Durchblutungsstörungen


Die häufigste Ursache für venöse Durchblutungsstörungen ist die chronisch venöse Insuffizienz, bei welcher anlagebedingt die Venenwand geschwächt ist und/oder die Venenklappen nicht richtig funktionieren. Dadurch staut sich das Blut und es besteht eine sog. Abflußstörung, welche sich durch zunehmend schwere, schmerzende und geschwollene Beine im Tagesverlauf bemerkbar macht. Eine venöse Insuffizienz liegt vor, wenn der Knöchelumfang zwischen morgens und abends um mehr als 1,5 cm differiert.
Hauptsächlich machen sich venöse Durchblutungsstörungen in den Beinen bemerkbar und zwar durch Symptome wie Wadenkrämpfe, Ödeme, Spannungsgefühl, Hautveränderungen, Juckreiz und Ulcus cruris (offenes Bein).
Die venösen Durchblutungsstörungen können aber auch das Gehirn betreffen und äußern sich aber im Vergleich zu arteriellen Durchblutungsstörungen meist langsam. Symptome sind zunehmende Kopfschmerzen und epileptische Anfälle (Krampfanfälle).

Arterielle Durchblutungsstörungen

Verursacht werden können arterielle Durchblutungsstörungen sowohl organisch als auch funktionell-vasospastisch (funktionelle Engstellung). Die Übergänge können dabei aber fließend sein. Die Krankheitszeichen hängen dabei vom Ausmaß der Durchblutungsstörungen ab.

Typische Symptome können sein:

- Missempfindungen in den Beinen
- Claudicatio intermittens (Schaufensterkrankheit)
- bei Belastung zunehmende Schmerzen
- Blässe und Untertemperatur der Haut
- Abgeschwächte bis fehlende Pulse
- Nekrosen (örtlicher Gewebetod)

Erkrankungen, die zu arteriellen Durchblutungsstörungen führen können, sind:

- obliterierende Atherosklerose

bei dieser Erkrankung kommt es durch Verhärtung und Verdickung der Gefäßwand zum Gefäßverschluss. Risikofaktoren hierfür sind die typischen Risikofaktoren wie Nikotinabusus, Hypertonus (Bluthochdruck) und Fettstoffwechselstörungen. In diesem Zusammenhang muss auch die so genannte arterielle Verschlusskrankheit erwähnt werden.

- Thrombangiitis obliterans
Diese Erkrankung tritt meist in relativ jugendlichem Alter, vor allem bei Männern und bei exzessivem Nikotinabusus auf. Als Ursache wird eine Autoimmunreaktion vermutet. Dabei sind im Unterschied zur Verschlusskrankheit atherosklerotischer Genese der Komplementfaktor C4 erniedrigt und die Antielastin-Antikörper häufig erhöht.

- arterielle Durchblutungsstörungen bei Diabetes mellitus
bei Diabetikern sind die Durchblutungsstörungen meist mit einer Polyneuropathie kombiniert, die häufig auch im Vordergrund steht. Symptome beim so genannten diabetischen Fuß sind Kribbel-Missempfindungen, Brennschmerzen und schließlich eine verminderte Empfindlichkeit. Des Weiteren ist die Haut rot, glänzend, atrophisch, überwärmt und die Reflexe sind nicht auslösbar.

- Raynaud-Syndrom
Dieses Krankheitsbild tritt häufig bei sog. Kollagenosen auf und wird durch Gefäßspasmen, die zu Durchblutungsstörungen im Bereich einzelner Glieder führen, verursacht

- Ergotismus
Eine Migräne-Anamnese, besonders in Bezug auf Ergotaminabusus, ist vor allem bei jüngeren Frauen mit üblicherweise fehlenden Risikofaktoren zwingend.

- Erythromelalgie
bei dieser Erkrankung liegt eine Angioneurose als neurovaskuläres Syndrom vor. Sie kann sowohl als selbständige (idiopathische) Erkrankung als auch symptomatisch, z.B. bei Gicht, Polycythaemia vera oder bei einer essentiellen Hypertonie, auftreten. Krankheitszeichen sind brennende Schmerzen in Händen und Füßen, vermehrte Blutfülle (Hyperämie) und Ödeme. Wärme verstärkt meist die Beschwerden.


Therapie: Durchblutungsstörungen

Bei der Therapie von Durchblutungsstörungen kommen im ersten Schritt allgemeine Therapieansätze zum Einsatz.
Zeigen diese zu wenig Wirkung, oder werden die Beschwerden chronisch (Schmerzen länger als 3-6 Monate) sind Konzepte der „speziellen Schmerztherapie“ bzw. weiterführende multimodale Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik gefragt. Dabei gilt generell: „Je früher, desto besser“.

Details:

1. Allgemeine Therapien

a) Medikamentöse Schmerztherapie

Bei akuten (plötzlich einsetzenden, heftigen) und subakuten (eher schleichend verlaufenden) Schmerzen können zunächst bzw. vorwiegend peripher wirkende Schmerzmittel (Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden. Insbesondere sind hier sog. nicht steroidale Antirheumatika (= „Rheumamittel“) zu erwähnen, aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende, zum Beispiel Mobec®. Sehr magenschonend und zudem auch entzündungshemmend sind sog. COX-2 Inhibitoren ((z. B. Parecoxib (Dynastat®) o. Etoricoxib (Arcoxia®)). Muskelrelaxanzien (Mittel zur Muskelentspannung) wie Baclofen (z. B. Lioresal®) können als Ergänzung ebenfalls hilfreich sein. Schwere Schmerzen sind manchmal dagegen nur durch zentral (im Gehirn / Rückenmark) wirkende Analgetika (z. B. Tramadol, Valoron N®) zu lindern. Auf die Gefahr einer Schmerzmittelgewöhnung oder gar -abhängigkeit ist grundsätzlich zu achten. Eine Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva (Mittel gegen Depression, u.a. aber auch z. T. bei Schmerzen wirksam) kann in vielen Fällen Schmerzmittel einsparen.

b) Akupunktur

c) Operative Maßnahmen
, z.B. eine Bypass-Operation

d) Physikalische Therapie - z. B.: T.E.N.S., Wärme, Kälte, Massagen, Krankengymnastik,..




2. Weitere Behandlungskonzepte einer Fachklinik

<?  Therapie & Behandlungskonzepte bei Durchblutungsstörungen



Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


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Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser
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