Top6 Themen: Burning-Feet-Syndrom - Arm und Beinschmerzen

Burning-Feet-Syndrom

Burning-Feet-Syndrom Arm und Beinschmerzen Themen und Krankheit
Bei einem Burning-Feet-Syndrom kommt es zu einem, in nächtlichen Anfällen auftretenden, schmerzhaften Brennen in den Füßen. Begleitend können vegetative und trophische Störungen auftreten (örtliche Schweißbildung, Hautschuppung,…), sowie Muskelverspannungen und Nervenreizzustände. Die Anfälle treten bei Bettwärme auf und sind durch Kühlung linderbar.

Die Ursache des Burning-feet-Syndroms ist noch immer unklar. Man vermutet einen Vitamin- (Hypovitaminose), Pantothensäure- (Bestandteil des Koenzyms A), Aneurin- (Vitamin B)) oder Nicotinsäuremangel, oder eine Mangel an Mineralien (Magnesium, …) im Gefolge einer Stoffwechsel- bzw. Ernährungsstörung.
Dabei zeigt die mikroskopische Gewebeuntersuchung gefäßbedingte anoxämische (durch Sauerstoffmangel hervorgerufene), periphere (außerhalb von Hirn oder Rückenmark vorkommende) Schädigungen der Nerven.

Differentialdiagnostisch (welche Krankheit sonst noch vorliegen könnte) sind folgende Erkrankungen auszuschließen:

• Erythromelalgie
• Morbus Raynaud
• Restless-Legs-Syndrom
• Polyneuropathie
• Lyme-Borreliose

Alle diese fünf Krankheitsbilder können mit brennenden Füßen einhergehen. Die Erythromelalgie ist gekennzeichnet durch brennende, oft schmerzhafte Sensationen im Bereich der Füße - aber auch Hände, wobei Wärme die Beschwerden verstärkt. Die schmerzenden Bereiche sind oft gerötet, und manchmal auch bläulich verfärbt (zyanotisch), weshalb es manchmal zu einer zu einer Verwechslung mit einem Morbus Raynaud kommen kann.

Details zu den Themen „Restless-Legs“ und „Polyneuropathie“ finden Sie in den entsprechenden Rubrik bei doctorhelp.

Therapie

Zur Therapie eines Burning-Feet-Syndroms gibt es zwei Ansätze:

I. Allgemeine Therapieansätze

und

II. Weiterführende Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik

Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik sollten dann genutzt werden, wenn die allgemeinen Möglichkeiten keine oder zu geringe Wirkung zeigen.

1. Möglichkeiten die Schmerzen symptomatisch (auch ambulant) zu behandeln:

- Bei einem akuten Anfall (sofortige) Kühlung bringt Linderung.

- Medikamentöse Schmerztherapie: Zu empfehlen sind hier Antikonvulsiva (eigentlich Mittel gegen die Fallsucht, können aber auch bei einem Burning-feet-Syndrom helfen), konkret Carbamazepin, Gabapentin oder Pregabalin.

- Eine Substitutionstherapie (künstliche Zufuhr von dem Körper fehlenden Substanzen) der oben genannten Stoffe kann versucht werden. Die Erfolge sind aber meistens sehr bescheiden.

- Akupunktur

2. Weiterführende Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik:

In einer Schmerzklinik kommen gezielt Methoden der speziellen Schmerztherapie zum Einsatz. Bei einem Burning-Feet-Syndrom kann die sog. therapeutische Lokalanästhesie sehr gute Wirkung zeigen, allerdings nur bei täglich mehrfacher regelmäßiger Anwendung, was optimal nur im Rahmen eines stationären Aufenthalts möglich ist. Dabei können dann unterstützende Maßnahmen den Prozess begleiten.

Details:

a) Therapeutische Lokalanästhesie

Bei der therapeutischen Lokalanästhesie werden (möglichst lang wirkende) örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) (z.B. Bupivacain) an bestimmten Stellen in den Körper eingebracht. Für die Injektionen werden sehr feine Nadeln verwendet, was von der Empfindung her dem Setzen von Akupunkturnadeln ähnelt. Die Betäubungsmittel werden entweder in die schmerzende Stelle (Infiltration) oder direkt an den schmerzleitenden Nerv gespritzt (Nervenblockade). Das örtliche Betäubungsmittel wird dabei so verdünnt, dass die Muskelkraft erhalten bleibt.

Zuverlässig helfen bei einem Burning-feet-Syndrom wiederholte Blockaden der Nn. ischiadici ( Ischiasnerven). Optimal ist diese Behandlung in Form einer kontinuierlichen Blockade mit Katheter*, was der nächst höheren Therapiestufe entspricht. b) Ergänzende Methoden

In einer Schmerzklinik werden ergänzende Methoden gezielt zur Unterstützung und Sicherung des Behandlungserfolgs eingesetzt, als reine Monotherapie (alleinige Behandlung) sind diese Methoden sonst allerdings meistens nicht ausreichend. Diese Methoden sind v. a. bei Restless Legs:

- Spezielle Schmerzakupunktur

Wenn chronische Schmerzen bereits längerfristig bestehen, kann man davon auszugehen, daß nach der sog. „Mainzer Stadieneinteilung“ bereits die Chronifizierungsgrade II oder III vorliegen. In solchen Fällen ist eine rein körperbezogene Behandlung oft nicht mehr ausreichend, sodaß zusätzlich psychologisch / psychotherapeutische Interventionen erfolgen sollten.

* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird ein dünner Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Nerv eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt minimal-invasiv (gering verletzender Eingriff) durch eine handelsübliche Kanüle hindurch. Es muß also kein Schnitt wie bei klassischen OPs erfolgen, und, wie bei allen minimal-invasiven Verfahren üblich, ist dadurch der Aufwand sowie das Behandlungsrisiko extrem gering. Über diesen „Mini-Katheter“ wird dann mehrmals täglich, jeweils nach dem Nachlassen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachinjiziert. In manchen Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittels auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Der Trick an der Methodik ist der: Das Lokalanästhetikum wird dabei stets so dosiert, dass die normale Muskelkraft voll erhalten bleibt, aber die Schmerzreizleitung blockiert ist. Dadurch ist ein uneingeschränkter Tagesablauf möglich und es können begleitend krankengymnastische Übungen durchgeführt werden. Dass die schmerzlindernde Wirkung bis auf wenige Ausnahmen über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass diese Methode auch die sog. vegetativen Nerven betäubt. Daraus resultiert eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung (Sympathikolyse), was auch der Grund ist, warum gerade Schmerzen, die durch entzündliche, oder auch degenerative (abnutzungsbedingte) Prozesse entstanden sind, sich hiermit sehr gut behandeln lassen. Eine bessere Durchblutung optimiert auch den Stoffwechsel eines gestörten oder bereits geschädigten Nervs. Nach neusten Erkenntnissen vermag eine solche, intensive, längerfristige Blockadebehandlung sogar das sog. Schmerzgedächtnis zu löschen – ein immens wichtiger Aspekt zur Erlangung anhaltender Schmerzlinderung oder sogar Schmerzfreiheit.





Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim und Schmerzklinik am Arkauwald.


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Verwandte Suchbegriffe zu Arm und Beinschmerzen:
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Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser
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