20. Juli 2018

Top6 Themen: Arterielle Durchblutungsstörung - Arm und Beinschmerzen

Arterielle Durchblutungsstörung

Arterielle Durchblutungsstörung Arm und Beinschmerzen Themen und Krankheit
Arterielle Durchblutungsstörungen können sowohl organische, als auch funktionell-vasospastische Ursachen haben, wobei fließende Übergänge wie beim Ergotismus und Morbus Raynaud möglich sind.

Akute und gravierende arterielle Durchblutungsstörungen sind z.B. ein Herzinfarkt oder Schlaganfall, welche dramatische Folgen haben können. Eine chronische und langsam verlaufende arterielle Durchblutungsstörung, vor allem im Becken und den Beinen, ist die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK).



Ursachen: Arterielle Durchblutungsstörung


- (peripher) arterielle Verschlusskrankheit

Ursächlich für eine (periphere) arterielle Durchblutungsstörung können zum einen beispielsweise eine obliterierende Artherosklerose und zum anderen eine Thrombangitis obliterans sein. Bei der obliterierenden Artherosklerose kommt es zum Gefäßverschluss durch Verhärtungen und Verdickungen der Gefäßwand. Patienten weisen normalerweise auch die bekannten Herz-Kreislauf-Risikofaktoren, wie Bluthochdruck (Hypertonie), Nikotinabusus und Fettstoffwechselstörungen, auf.

Die Thrombangitis obliterans tritt meist in relativ jugendlichem Alter auf und bei den Patienten, meist Männer, liegt ein exzessiver Nikotinabusus vor. Verursacht wird diese Erkrankung, welche zu einem entzündlichen Verschluss der Gefäße führt, höchstwahrscheinlich durch eine Autoimmunreaktion, wodurch der Komplementfaktor C4 erniedringt und die Antielastin-Antikörper erhöht sind.


- Raynaud-Syndrom

Das Raynaud-Syndrom tritt häufig bei Kollagenosen (z.B. Sklerodermie) auf und führt zu Gefäßspasmen, welche zu arteriellen Durchblutungsstörungen in einzelnen Gliedern führen. In schweren Fällen kann dies auch zu Nekrosen führen.

- Ergotismus

Beim Ergotismus treten Schmerzen in den Armen oder Beinen wie bei der arteriellen Verschlusskrankheit auf, die typischen Risikofaktoren fehlen aber und es sind vor allem jüngere Frauen betroffen. Der Ergotismus wird durch die übermäßige Einnahme von Ergotamin-haltigen Medikamenten hervorgerufen, wie sie beispielsweise bei Migräne eingesetzt werden.

- Erythromelalgie

Bei der Erythromelalgie liegt eine Trophangioneurose als neurovaskuläres Syndrom vor. Sie kann idiopathisch oder symptomatisch, z.B. bei Gicht, Polycythaemia vera und essentieller Hypertonie, auftreten. Symptome sind anfallsartige, vorwiegend brennende Fuß- und Handschmerzen. Des Weiteren kann es zu Hyperämie und Ödemen kommen.



Symptome: Arterielle Durchblutungsstörungen

Die Symptome von arteriellen Durchblutungsstörungen sind vielfältig und hängen von der Geschwindigkeit und vom Grad der Stenosierung ab.
Charakteristische Krankheitszeichen, welche nicht alle auftreten müssen, sind:

- Schmerzen bei Belastung, später auch Ruheschmerzen
- Blässe
- Untertemperatur der Haut
- Abgeschwächte bzw. fehlende periphere Pulse
- Nekrosen
- Missempfindungen
- Muskelkrämpfe
- Claudicatio intermittens („Schaufensterkrankheit“)
- heftige akute Schmerzen durch eine Embolie



Therapie: Arterielle Durchblutungsstörung

Bei der Therapie einer arteriellen Durchblutungsstörung kommen im ersten Schritt allgemeine Therapieansätze zum Einsatz. Zeigen diese zu wenig Wirkung, oder werden die Beschwerden chronisch (Schmerzen länger als 3-6 Monate) sind Konzepte der „speziellen Schmerztherapie“ bzw. weiterführende multimodale Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik gefragt. Dabei gilt generell: „Je früher, desto besser“.

Details:

1. Allgemeine Therapien

a) Umstellung der Ess- und Trinkgewohnheiten

- Diät
- reichliche Flüssigkeitszufuhr
- Vermeidung von Alkohol, Nikotin, Kaffee und starken Gewürzen
- Kleinere Essportionen, dafür häufigere Nahrungszufuhr
- Professionelle Ernährungsberatung

b) (Medikamentöse) Behandlung mit:

- Naftidrofuryl, Pentoxifyllin und Buflomedil
- dem Prostaglandin E1-Analogon Alprostadil
- Acetylsalicylsäure (ASS)

c) Akupunktur

d) Operative Maßnahmen, z.B.:

- Ausschälmethode
- Perkutane transluminale Angioplastie (PTA)
- Atherektomie
- Einsetzung von Stents
- Bypass-Operation

e) Physikalische Therapie
- z. B.: T.E.N.S., Wärme, Kälte, Massagen, Krankengymnastik,..



2. Weitere Behandlungskonzepte einer Fachklinik

<?  Therapie & Behandlungskonzepte bei Arterielle Durchblutungsstörung



Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


Arm und Beinschmerzen Krankheit   Arm und Beinschmerzen Home

Verwandte Suchbegriffe zu Arm und Beinschmerzen:
Beinschmerzen, Armschmerzen, Brachialgie, Armneuralgie, Armbeschwerden, Beinbeschwerden, Gliederschmerz, Extremitätenschmerz

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser
Weitere Information zu Arm- und Beinschmerzen finden Sie unter folgenden verwandten Themen Armschmerzen und Beinschmerz-Formen weitere Themen...

Verwandte Schmerz-Themen von Arm und Beinschmerzen

Arm und Beinschmerzen Top6 Krankheiten

Krankheiten Arm und Beinschmerzen A-Z:

Sponsorenbereich
Anzeige

Anzeige
Aktuelle Gesundheitsnachrichten

Neuer Schub für den digitalen Austausch
(20.07.18) Den Mutterpass auf dem Smartphone sichten, Ultraschall- und Laborbefunde gemeinsam mit dem Arzt am Computer besprechen: In Berlin haben sich mehrere Geburtskliniken dem Digitalen Gesundheitsnetzwerk ? einer bundesweiten Initiative der AOK ? angeschlossen. Auch niedergelassene Ärzte sollen vom schnellen Austausch profitieren. Die Hoheit über die Behandlungsdaten liegt beim Patienten.
Artikel lesen...

Überarbeitetes Meldeverfahren zu Lieferengpässen bei Impfstoffen
(17.07.18) Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat das Konzept zum Meldeverfahren zu Lieferengpässen von Impfstoffen angepasst. Zusammen mit dem Verband Forschender Arzneimittelhersteller und dem Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie hat das Institut das Lieferengpasskonzept überarbeitet. Das PEI hat nun die Möglichkeit, bei einem drohenden Impfstoffengpass mehr Informationen anderer Hersteller über deren Bestände zu erhalten und so einen Engpass genauer vorherzusehen und darauf zu reagieren, zum Beispiel durch Alternativempfehlungen.
Artikel lesen...

Diabetes: Was wissen Betroffene?
(16.07.18) Was wissen Menschen zum Thema Diabetes? Welche Hinweise wünschen sie sich? Wie bewerten sie verfügbare Informationen? Darüber war bislang wenig bekannt. Antworten liefert nun eine Be fragung des Robert Koch-Institituts (RKI). Demnach schätzen mehr als 90 Prozent der Betroffenen ihr Diabetes-Wissen als gut oder sehr gut ein. Anders sieht es bei Menschen ohne diese Stoffwechselerkrankung aus. Hier meint nur etwa jeder Zweite, sich gut oder sehr gut auszukennen.
Artikel lesen...

Weiterführende Links