4. Juli 2020

Top6 Themen: Arm-Plexusausriss - Arm und Beinschmerzen

Arm-Plexusausriss

Arm-Plexusausriss Arm und Beinschmerzen Themen und Krankheit
Mit dem Begriff Armplexusausriss ist in der Medizin ein Ausriss des Plexus brachialis gemeint.

Der Plexus brachialis, welcher von den vorderen Ästen der Rückenmarksnerven C5 bis Th 1(-2) gebildet wird, erstreckt sich über das seitliche Halsdreieck und die Achselhöhle bis in den Arm und versorgt den Arm und Schultergürtelbereich sowohl motorisch als auch sensibel.


Ursache: Arm-Plexusausriss

Die häufigste Ursache für einen Plexusausriss sind Verletzungen, oft bei Motoradfahrern. Je nach Gewalteinwirkung und Schweregrad unterscheidet man zwischen einer kompletten Lähmung, bei einem kompletten Ausriss aller Nervenwurzeln, und einer inkompletten Lähmung. Außerdem kann es zu einer Schädigung der Nervenwurzeln des Plexus brachialis durch Erkrankungen des Rückenmarks und Tumore kommen.


Symptome:

Je nach Schweregrad und Lokalisation des Ausrisses kann eine unterschiedliche Symptomatik resultieren. Schädigungen der Anteile C5-C6 des Plexus brachialis führen zur oberen Armplexuslähmung, die den Schultergürtel und sensibel den speichenseitigen Arm betrifft. Hingegen kommt es bei Schädigungen der Wurzeln C8-Th1 zur unteren Armplexuslähmung, bei der die Handbeuger am Unterarm und die Muskeln der Hand, sowie die ellenseitige Sensibilität, betroffen sind. Beiden Verletzungen ist gemein, dass sie meist mit starken Armschmerzen einhergehen. Und da die Nervenverbindung unterbrochen ist, wenn auch nur partiell, spricht man von einem Deafferenzierungsschmerz, welcher dem Phantomschmerz ähnlich ist.


Therapie:

Bei der Therapie eines Armplexusausrisses kommen im ersten Schritt allgemeine Therapieansätze zum Einsatz. Zeigen diese zu wenig Wirkung, oder werden die Beschwerden chronisch (Schmerzen länger als 3-6 Monate) sind Konzepte der „speziellen Schmerztherapie“ bzw. weiterführende multimodale Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik gefragt. Dabei gilt generell: „Je früher, desto besser“.

Details:

1. Allgemeine Therapien

a) Medikamentöse Schmerztherapie:

Am besten wirken hier sog. Antikonvulsiva, z. B. Gabapentin (Neurontin®), Pregabalin (Lyrica®) oder Carbamazepin (z.B. Tegretal®). Alternativ, oder in Kombination zur Einsparung von Antikonvulsiva, kann auch das zentral wirksame Muskelrelaxans (im Gehirn / Rückenmark wirkendes Mittel zur Muskelentspannung) Baclofen (z. B. Lioresal®) versucht werden. Die Dosierung erfolgt hierbei einschleichend. Schwere Schmerzen sind manchmal dagegen nur durch zentral (im Gehirn / Rückenmark) wirkende Analgetika (z. B. Tramadol, Valoron N®) zu lindern. Auf die Gefahr einer Schmerzmittelgewöhnung oder gar -abhängigkeit ist grundsätzlich zu achten. Eine Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva (Mittel gegen Depression, u.a. aber auch z. T. bei Schmerzen wirksam) kann in vielen Fällen Schmerzmittel einsparen. Außerdem wird die Gabe von Calcitonin propagiert, welche, wenn sie frühzeitig erfolgt, sehr hilfreich sein soll.

b) Akupunktur

c) Physikalische Therapie - z. B.: T.E.N.S., Wärme, Kälte, Krankengymnastik,..



2. Weitere Behandlungskonzepte einer Fachklinik

<?  Therapie & Behandlungskonzepte bei Arm-Plexusausriss



Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


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Verwandte Suchbegriffe zu Arm und Beinschmerzen:
Beinschmerzen, Armschmerzen, Brachialgie, Armneuralgie, Armbeschwerden, Beinbeschwerden, Gliederschmerz, Extremitätenschmerz

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser
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