24. Juni 2018

Top6 Themen: Achillessehnenentzündung - Arm und Beinschmerzen

Achillessehnenentzündung

Achillessehnenentzündung Arm und Beinschmerzen Themen und Krankheit
Die Achillessehne verbindet den Wadenmuskel mit dem Fersenbein (Calcaneus). Ihren Namen hat sie vom griechischen Sagenheld Achilles, der angeblich nur an der Ferse verwundbar war.

Sie ist die stärkste Sehne des Körpers und folglich besteht, vor allem bei entsprechender Belastung (speziell Sport), ein erhöhtes Risiko für Affektionen (Erkrankungen, Störungen). Diese reichen von leichten Reizungen über Entzündungen der Achillessehne und/oder der umliegenden Schleimbeutel bis zum kompletten Sehnenabriss.
Man unterscheidet neben der akuten Achillessehnenentzündung auch noch die chronische Achillessehnenentzündung.


Symptome: Achillessehnenentzündung

Typische Krankheitszeichen einer Achillessehnenentzündung sind:
- Schwellung der Sehne und Schmerzen
- Gut tastbare Verdickungen
- Druckempfindlichkeit
bei Druck mit den Daumen
Schmerzt die Sehne auch wenn sie zwischen Daumen und Zeigefinger genommen wird, so sind auch die Schleimbeutel entzündet.
Selten können jedoch auch weder Schmerzen noch Schwellung vorliegen, eine Entzündung ist jedoch trotzdem, beispielsweise per Ultraschall, nachweisbar.

Es lassen sich vier Schmerzstadien voneinander unterscheiden:
1. Schmerz nur bei Belastung und verwindet in Erholungsphase
2. Schmerzen bei Belastung, die aber die Leistungsfähigkeit nicht stark beeinträchtigen
3. Schmerzen die die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen
4. chronischer Dauerschmerz


Begleitbeschwerden: Achillessehnenentzündung

Folgende Begleiterscheinungen können bei der Achillessehnenentzündung auftreten:
- Achillobursitis (Entzündung des Schleimbeutels unter der Achillessehne)
- Achillodynie (Schmerzzustände in der Achillessehnengegend)
- Insertionstendopathie (Achillodynie am Sehnenansatzpunkt an der Ferse)

Die Achillessehnenentzündung kann manchmal auch im Rahmen einer seronegativen Spondarthritis oder einer anderen entzündlich-rheumatischen Erkrankung auftreten.


Verlauf: Achillessehnenentzündung

Bei der akuten Achillessehnenentzündung dominieren am Anfang die starken Schmerzen. Sie erfordert in der Regel eine Schonung von 4-8 Wochen, kann aber teilweise auch noch nach 4 Monaten Probleme bereiten.
Die chronische Achillessehnenentzündung äußert sich gerade anders herum, d.h. leichte Beschwerden am Anfang bis hin zum chronischen Dauerschmerz.


Ursachen: Achillessehnenentzündung

Bei mechanischer Überlastung der Achillessehne, vor allem im Sportbereich, kann es zu winzigen Verletzungen dieser kommen, welche im weiteren Verlauf zu lokalen Entzündungen führen, einer Achillessehnenentzündung.
Die geschieht z.B. beim Bergab- oder Bergauflaufen, wo die Achillessehne höheren Belastungen ausgesetzt ist. Auch zu weiches oder zu hartes Schuhwerk kann, durch eine ungleichmäßige Belastung der Achillessehne, das Risiko einer Entzündung erhöhen. Auch Prellungen, Druck oder Überlastung der Achillessehne und deren Gleitlager können zu Reizungen und Entzündungen führen, die häufig chronisch werden. Aus Reizungen entsteht dann häufig ein gefährlicher Kreislauf: Bei Überlastung der Achillessehne entstehen keine Risse im Gewebe die mit der Zeit vernarben. Die Achillessehne besitzt eine Sehnenscheide aus gut durchblutetem Bindegewebe, das ein freies Sehnengleiten ermöglicht. Zuerst reibt die vernarbte Achillessehne nur zu Beginn des Laufens an der Sehnenscheide, so dass es zu Schmerzen kommt. Allerdings erwärmt sich die Sehnenscheide und weitet sich aus, als Folge davon verschwinden die Schmerzen wieder. Wird deshalb weiter überlastet entsteht immer mehr Narbengewebe – die Entzündung kann chronisch werden und auch die Schleimbeutel können sich entzünden.

Risikofaktoren, die eine Achillessehnenentzündung begünstigen, sind:
- Fersensporn (Haglund Ferse),
- vorausgegangene Entzündungen,
- verminderte Durchblutung des Sehnengewebes,
- bestimmte chronische Erkrankungen des Bindegewebes,
- bestimmte Infektionskrankheiten.


Therapie: Achillessehnenentzündung

Bei der Therapie einer Achillessehnenentzündung kommen im ersten Schritt allgemeine Therapieansätze zum Einsatz. Zeigen diese zu wenig Wirkung, oder werden die Beschwerden chronisch (Schmerzen länger als 3-6 Monate) sind Konzepte der „speziellen Schmerztherapie“ bzw. weiterführende multimodale Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik gefragt. Dabei gilt generell: „Je früher, desto besser“.

Details:

1. Allgemeine Therapien

a) Medikamentöse Schmerztherapie:

Bei akuten (plötzlich einsetzenden, heftigen) und subakuten (eher schleichend verlaufenden) Schmerzen können zunächst bzw. vorwiegend peripher wirkende Schmerzmittel (Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden. Relativ magenschonend und zudem auch entzündungshemmend sind sog. COX-2 Inhibitoren ((z. B. Parecoxib (Dynastat®) o. Etoricoxib (Arcoxia®)). Opioide oder Opiate (morphinähnliche Schmerzmittel) sind die nächste Stufe. Sie sind allerdings sehr stark und sollten von daher eher zurückhaltend verordnet werden. Auf die Gefahr einer Schmerzmittelgewöhnung oder gar -abhängigkeit ist grundsätzlich zu achten. Von Injektion von Kortisonpräparaten wird allerdings abgeraten, da durch Kristallisation des Kortisons in der Sehne, bei einem übersehenen Teilriss, die Sehne komplett reißen könnte.

b) Operative Maßnahmen, z.B. die Entfernung von Teilen der Achillessehne

c) Physikalische Therapie - z. B.: T.E.N.S., Wärme, Kälte, Massagen, Krankengymnastik, Iontophorese, Ultraschall- oder Gleichstromtherapie

d) Andere Therapiemaßnahmen: Wichtig ist auch die Entlastung der Achillessehne z.B. durch Schuheinlagen oder Bandagen

e) Akupunktur




2. Weitere Behandlungskonzepte einer Fachklinik

<?  Therapie & Behandlungskonzepte bei Achillessehnenentzündung



Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


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Verwandte Suchbegriffe zu Arm und Beinschmerzen:
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Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser
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