Arm und Beinschmerzen Schmerz-Themen aktuell

Arm und Beinschmerzen

Arm und Beinschmerzen Krankheit und Schmerz
Ursachen, Auslöser & Symptome

Vertebrageninduzierte (von der Wirbelsäule ausgehende) Armschmerzen: Sie sind die häufigste Schmerzursache im Armbereich und treten im Zusammenhang mit einem unteren Zervikalsyndrom auf. Weitere Bezeichnungen sind Zervikobrachialgie, Schulter-Arm-Syndrom oder Nacken-Schulter-Arm-Syndrom. Bei dieser Erkrankung sind die Nervenwurzeln C6, C7, C8 und Th1 an der Wirbelsäule betroffen, d. h. die Beschwerden können bis in den Kleinfinger ausstrahlen. Dabei müssen Schmerzen im Nacken- oder Schulterbereich nicht immer zwingend vorhanden sein.

g) Armschmerzen nach radikaler Mastektomie (operative Entfernung der weiblichen Brust mit Ausräumung der Achselhöhle): Diese Schmerzen entstehen durch eine Kompression von Nervengeflechten infolge eines Lymphstaus und treten in diesem Zusammenhang relativ häufig auf. Der Arm ist hierbei mehr als deutlich ödematös (wie bei einer krankhaften Flüssigkeitsansammlung) aufgequollen.

h) Armschmerzen als Folge von Bestrahlung (Plexusneuritis): Bei diesen Form kommt es zu sehr starken (chronischen) Plexusschmerzen (Armschmerzen ausgehend vom Armnervengeflecht) sowie neurologischen Defiziten (Zeichen einer Nervenstörung bzw. –schädigung). Die Symptomatik ist Folge einer Bestrahlung, z. B. wegen Brustkrebs. Das Gewebe ist verhärtet, Lymphschwellungen des Armes sind möglich. Bei fehlender oder gering ausgeprägter Gewebeverhärtung muß in diesem Zusammenhang eine Plexuskarzinomatose (Durchsetzung des Armnervengeflechts mit Tochtergeschwülsten) in Betracht gezogen werden.

i) Tennisarm (Epicondylitis radialis humeri): Bei dieser relativ häufigen Erkrankung bestehen chronische Schmerzen im Bereich des „Epicondylus radialis humeri“ (über dem Ellenbogen außen). Die Schmerzen verstärken sich bei einem Faustschluß und der Beugung in Richtung Handrücken im Handgelenk. Schmerzausstrahlungen in den Unter- und/oder Oberarm sind häufig, der ganze Arm „tut dann weh“. Meistens besteht auch ein deutlicher Druckschmerz im Bereich des ellenbogennahen, äußeren Unterarms. Beim sog. Golferellenbogen (Epicondylitis ulnaris humeri) bestehen Schmerzen an der Innenseite des Ellenbogens, die aber ebenfalls in den gesamten Arm ausstrahlen können.


4. Spezielle Beinschmerzen

Schmerzen, die ausschließlich in den Beinen vorkommen können - abgesehen von „normalen“ Infektionen, Verletzungen und OP-Folgen - durch eine ganze Reihe verschiedener Grunderkrankungen ausgelöst werden. Zur besseren Übersicht gibt es vier Hauptgruppen:

a) Beinschmerzen die in irgendeinem Zusammenhang mit dem Ischiasnerv bzw. dessen Endäste stehen.
b) Beinschmerzen bei denen der vordere Oberschenkelnerv (Nervus femoralis) einschließlich seiner Endäste beteiligt ist.
c) Schmerzen in den unteren Extremitäten die in einer Verbindung zum Nervengeflecht „Plexus lumbalis“ stehen (Nervengeflecht dessen Wurzeln dem Rückenmark an der mehrheitlich oberen Lendenwirbelsäule entstammen).
d) Beinschmerzen die von Blutgefäßen ausgehen.

zu a):

● Der Begriff "Ischialgie" beschreibt Beinschmerzen im Verlauf des Ischiasnervs: Gesäß - rückwärtiger Oberschenkel - äußerer und hinterer Unterschenkel - Fuß – Großzehe.
Der Schmerz muß allerdings nicht zwingend den komplette Nervenverlauf umfassen, sondern es können auch nur einzelne Abschnitte betroffen sein. Mit die häufigste Ursache sind hier Schmerzausstrahlungen bzw. –verlagerungen von Störungen der sog. spinalen (das Rückenmark betreffenden) Nervenwurzeln L4 - S3. Eine Ischialgie dieser Art geht meistens mit Schmerzen im Lumbalbereich (Lumbalgie) einher, man spricht dann von einer „Lumboischialgie“.

● Die „echte“ Ischiasneuralgie (auch Ischiadikusneuralgie genannt) ist durch häufige, attackenförmige bzw. „salvenartige“ Beinschmerzen von wenigen Sekunden Dauer entlang des Ischiasnervs gekennzeichnet. Dieses Krankheitsbild ist aber relativ selten.

● Des Weiteren treten manchmal Ischias-Schmerzen als Folge von Verletzungen oder Operationen im Bereich der Hüfte oder des Oberschenkels auf. Kennzeichnend sind Dauerschmerzen bzw. länger bestehende Schmerzintervalle. Auch falsch gesetzte Spritzen im Gesäßbereich können hier ursächlich sein, besonders Injektionen von Rheumamitteln. Das Schmerzbild ist typischerweise brennend mit schmerzhaften Empfindungsstörungen, ähnlich einer Kausalgie (Details s. unter „Morbus Sudeck/ Kausalgie).

● Eine schmerzhafte Nervenentzündung (Neuritis) des Ischias kann durch eine Diabetes, eine diabetische Polyneuropathie oder auch durch Alkoholmißbrauch ausgelöst werden. Länger anhaltende, meist beidseitige Beinschmerzen sind hier typisch.

Schwermetallvergiftungen, z. B. mit Thallium, Blei oder DDT sind eine weitere Möglichkeit, eine Neuritis und damit eine Ischialgie zu verursachen. Merkmale sind hier Bewegungs- und Empfindungsstörungen bzw. -ausfälle.

● Schmerzen im Bereich der Außenseite des Unterschenkels bzw. des Fußrückens können auch auf ein Fibulaköpfchensyndrom deuten. Das Fibulaköpfchen ist das Köpfchen des Wadenbeins. Dort liegt der Nerv „Nervus peroneus communis“, ein Nervenast des Ischias. Durch Verbände, einen Gips, Brüche oder Verrenkungen kann er dort schnell gereizt werden, was die typischen Beschwerden, d. h. nach unten ausstrahlende Schmerzen bei Druck auf den Nerv, auslöst.

● Das subakute (schleichend verlaufende) bzw. chronische „Tibialis anterior-Syndrom“ ist durch Schmerzen an der Schienbeinvorderseite gekennzeichnet. Ursache ist ebenfalls eine Nervenkompression, und zwar in der Tibialisloge (die sog. Streckerloge, ein Raum mit minimaler Ausdehnungsmöglichkeit). Das akute Tibialis anterior-Syndrom dagegen ist ein Notfall, der sofort operativ behandelt werden sollte.

Vorderes Tarsaltunnelsyndrom: Auch dieses Krankheitsbild entsteht durch eine Nervenkompression, und zwar durch Kompression des Nerven „Nervus peroneus profundus“ (ein Nervenast des Ischias) am Fußrücken (Nervenast des Ischias). Druck auf den Fußrücken verstärkt die Beschwerden.
Das Pendant, sprich das hintere Tarsaltunnelsyndrom, wird durch eine Kompression zwischen Innenknöchel und dem sog. „Retinaculum flexorum“ (Halteband für die Beugemuskulatur zwischen Fersenbein und Innenknöchel) ausgelöst. Typisch sind Gefühlsstörungen und Schmerzen an der Fußsohle, speziell beim Gehen und in der Nacht.

● Bei der Morton-Neuralgie klagen Betroffene über brennende


Seitennavigation: zurück | 1 | 2 | 3 weiter

Verwandte Suchbegriffe zu Arm und Beinschmerzen:
Beinschmerzen, Armschmerzen, Brachialgie, Armneuralgie, Armbeschwerden, Beinbeschwerden, Gliederschmerz, Extremitätenschmerz

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

Informationen und Themen zu Arm und Beinschmerzen

Informationen zu dem Schmerz-Thema Arm und Beinschmerzen

Verwandte Schmerz-Themen von Arm und Beinschmerzen

Arm und Beinschmerzen Top6 Krankheiten

Krankheiten Arm und Beinschmerzen A-Z:

Sponsorenbereich
Anzeige
Aktuelle Gesundheitsnachrichten

Neue Ausgabe von info praxisteam ist da
Bei der Suche nach einem Arzt wünschen sich Patienten fundierte und verlässliche Informationen über die in Frage kommende Arztpraxis. Arztbewertungsportale im Internet können hilfreich sein, wenn sie die entsprechenden Qualitätsstandards erfüllen. Info praxisteam stellt mit dem AOK-Arztnavigator ein neues Bewertungsportal vor, das in Zusammenarbeit mit dem Projekt Weisse Liste von Bertelsmann-Stiftung und den größten Patienten und Verbraucherorganisationen entwickelt wurde. Weitere Themen in der September-Ausgabe: die wichtigsten Regeln und Handgriffe bei der Versorgung chronischer Wunden und die zentralen Informationen aus der Dokumentation im DMP Diabetes mellitus Typ 2.
Artikel lesen...

MDK-Kodierempfehlungen aktualisiert
Die Sozialmedizinische Expertengruppe "Vergütung und Abrechnung" (SEG 4) hat die seit 2005 herausgegebenen DRG-Kodierempfehlungen der MDK-Gemeinschaft mit Beratungsstand vom 17. August 2010 um vier Kodierempfehlungen erweitert.
Artikel lesen...

Aktuelle Liste der zuzahlungsbefreiten Medikamente online
Für die Versorgung der Patienten stehen rund 6.300 Arzneimittel zur Verfügung, für die keine gesetzliche Zuzahlung geleistet werden muss. Die Zuzahlungen für rezeptpflichtige Medikamente können entfallen, wenn der Preis des Medikamentes mindestens 30 Prozent unter dem jeweiligen Festbetrag liegt, den die Kassen übernehmen.
Artikel lesen...

Weiterführende Links