2. August 2014

Arm und Beinschmerzen Schmerz-Themen aktuell

Arm und Beinschmerzen

Arm und Beinschmerzen Krankheit und Schmerz
Ursachen, Auslöser & Symptome

Wie bereits erwähnt lassen sich Arm- und Beinschmerzen in vier Bereiche gliedern:

1. „Normale“ Arm- und Beinschmerzen
2. (chronische) Schmerzen in der Armen und Beinen
3. besondere Armschmerzen
4. spezielle Beinschmerzen

Schmerzen, die sowohl in den Armen als auch in den Beinen auftreten können, werden auch oft Gliederschmerzen genannt. In der einen oder anderen Form kennt sie jeder.


1. „Normale“ Arm- und Beinschmerzen

Verschiedene Ursachen können zu allgemeinen, sprich zeitweilig auftretenden Gliederschmerzen führen:

● Grippaler Infekt
● (lokale) Entzündungen
● Verletzungen
● Folgen von Unfällen oder OP-Eingriffen


2. (chronische) Schmerzen in den Armen und Beinen

Chronische Gliederschmerzen existieren als alleiniges, beziehungsweise typisch vorherrschendes Merkmal dagegen bei nur bei relativ wenigen Erkrankungen. Diese sind:

a) Polyneuropathie (bei der Zuckerkrankheit, Alkoholmißbrauch und Vergiftungen): Die Polyneuropathie ist eine degenerative Erkrankung des Nervensystems, welche z. B. durch eine Diabetes, Alkoholmissbrauch oder Gifte verursacht werden kann. Die ersten Symptome sind üblicherweise Missempfindungen (Kribbeln, Brennen,…) oder auch unangenehme Temperaturempfindungsstörungen. Im weiteren Verlauf kommt es zu Sensibilitätsstörungen und Schmerzen im Bereich der Arme und Beine, meistens in den Füßen, den Unterschenkeln und den Händen.

b) Raynaud-Syndrom: Ein Morbus Raynaud (Raynaud-Syndrom) taucht häufig im Zusammenhang mit Kollagenosen (verhärtende Bindegewebsveränderungen) auf. Das Syndrom führt zu Gefäßspasmen und damit zu einer Behinderung der Blutzufuhr einzelner Glieder. In den allermeisten Fällen sind die Zehen oder die Finger betroffen, was mit entsprechenden Schmerzen einhergeht.

c) Ergotismus: Bei einem Ergotismus kann es als Folge zu Gliederschmerzen in den Armen und/oder Beinen wie bei der arteriellen Verschlußkrankheit (s. u.) kommen. Ein Ergotismus ist eine Vergiftung durch "Mutterkorn". Üblicherweise fehlen bei Betroffenen sog. Risikofaktoren (s. u.), weshalb vor allem bei Frauen im jüngeren oder mittleren Alter die Frage nach einer Migränevorgeschichte mit Mißbrauch von Ergotamin (ein Mittel gegen den akuten Migräneschmerz) zwingend ist.

d) Polyarthritis (z. B. Gelenkschmerzen bei primär chronischer Polyarthritis (PcP)): Bei dieser Krankheit sind mehrere Gelenke gleichzeitig von Entzündungen betroffen, was mit entsprechenden Schmerzen in den betroffenen Partien einhergehen kann.

Des Weiteren gibt es Arm- oder Beinschmerzen, auch als Begleitsymptom, bei weiteren Krankheiten, die v. a. in zunehmendem Alter häufig auftauchen. Diese sind:

● Arthrose
● Rheuma (rheumatoide Arthritis)
● Gicht

Polyarthritis (primär chronische Polyarthritis), Arthrose, Rheuma (rheumatoide Arthritis) und Gicht gehören allerdings mehr in den Bereich der Gelenkschmerzen, weshalb Sie weitere Informationen dort nachlesen können.


3. Besondere Armschmerzen

Schmerzen, die ausschließlich in den Armen vorkommen können - abgesehen von „normalen“ Infektionen, Verletzungen und OP-Folgen - durch eine ganze Reihe verschiedener Grunderkrankungen ausgelöst werden.

a) (idiopathische) Neuralgie des Plexus brachialis: Hierbei handelt es sich um eine sehr seltene, schmerzhafte Erkrankung des Armnervengeflechts mit attackenförmigem Schmerzcharakter. Der Begriff "Armneuralgie" ist eigentlich nur bei dieser „echten“ Neuralgie zutreffend und angebracht.

b) Brachialgia paraesthetica nocturna: Hier bestehen z. T. sehr schmerzhafte Mißempfindungen im Bereich der oberen Glieder. Diese treten besonders während der Nachtruhe auf und werden wahrscheinlich durch eine vegetativ-vasomotorische (Gefäße und Muskeln betreffende) Dysregulation hervorgerufen. Die Ursache hierfür kann eine Fehllagerung sein, weshalb man zuweilen hier auch vom „Parkbanksyndrom“ spricht. Je nach Ausmaß der Störung können sich hier längerfristige chronische Schmerzen ausbilden.

c) Neuritis des Plexus brachialis (neuralgische Schulteramyotrophie): Im Gegensatz zur Neuralgie des Plexus brachialis handelt es sich bei dieser Erkrankung um eine Entzündung des Armnervengeflechts. Gemäß der Fachliteratur (s. Thoden 1987) soll hier eine allergisch-entzündliche Ursache vorliegen. Die plötzlich auftretenden Schmerzen dominieren im Bereich von Nacken, Schulter und Arm zugleich, was häufig zu einer Verwechslung mit einer akuten Zervikobrachialgie (Nacken-Schulter-Arm-Schmerzen) führt. Nach mehreren Tagen kommt es zu Lähmungen von Schulter- und Armmuskulatur. Sensibilitätsstörungen werden in 20-30 % aller Fälle parallel beobachtet.
Die Prognose ist insgesamt günstig, die Lähmungen bilden sich von selbst langsam, d. h. über Monate wieder zurück.

d) Schulter-Hand-Syndrom: Nicht selten strahlen einzelne Gelenk-Affektionen (Störungen, Erkrankungen) in die ganze Schulter-Arm-Region aus und führen so zu (massiven) Armschmerzen. Hier ist es oft schwierig den primären Schmerzherd überhaupt zu finden. Typisches Merkmal ist hier ein Ruheschmerz, mit Schmerzverstärkung bei Belastung. Manchmal können vegetative Begleitsymptome auftreten, wie z. B. Kälte, Zyanose (bläuliche Verfärbung) oder Schwitzen. Die Unterscheidung zu einem Morbus Sudeck ist deshalb öfters nicht einfach, besonders wenn Gewebsatrophien (Gewebeschwund) bestehen.

e) Engpaßsyndrome: Sie entstehen durch Kompressionen von Nervensträngen und können ebenfalls Armschmerzen verursachen.

● Das Skalenussyndrom entsteht durch Kompression von Nervenstränge im Bereich der Skalenuslücke (Lücke zwischen zwei Muskeln im seitlichen Halsbereich). Die Schmerzen sind belastungsabhängig und treten insbesondere bei Zugbelastung - wie z. B. beim Tragen von Koffern oder Taschen – und vorwiegend ellenseitig an Unterarm und Hand auf. Im fortgeschrittenen Stadium kann es zu einer Nervenläsionen (Nervenstörungen, -schädigungen) kommen, was zu Lähmungen der kleinen Handmuskeln führt. Eine weitere Steigerungsmöglichkeit ist eine vaskuläre Symptomatik (Krankheitszeichen bei Blutgefäßschädigung) die durch eine Verengung der A. subclavia (Schlagader unter dem Schlüsselbein) ausgelöst werden kann (s. Fachliteratur Ostheim 1976).
● Beim Hyperabduktionssyndrom treten Armschmerzen bei Tätigkeiten auf, die über Scheitelhöhe ausgeübt werden (z. B. das Arbeiten an der Zimmerdecke).
● Das Karpaltunnelsyndrom ist eigentlich ein Kompressionssyndrom der Hand, kann aber auch zu Beschwerden im gesamten Arm führen.

f)


Seitennavigation: | 1 | 2 | 3 weiter

Verwandte Suchbegriffe zu Arm und Beinschmerzen:
Beinschmerzen, Armschmerzen, Brachialgie, Armneuralgie, Armbeschwerden, Beinbeschwerden, Gliederschmerz, Extremitätenschmerz

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

Informationen und Themen zu Arm und Beinschmerzen

Informationen zu dem Schmerz-Thema Arm und Beinschmerzen

Verwandte Schmerz-Themen von Arm und Beinschmerzen

Arm und Beinschmerzen Top6 Krankheiten

Krankheiten Arm und Beinschmerzen A-Z:

Sponsorenbereich
Anzeige

Anzeige
Aktuelle Gesundheitsnachrichten

Knapp 3.000 Medikamente ohne Zuzahlung
(01.08.14) Für die Versorgung der Patienten stehen aktuell knapp 3.000 Arzneimittel zur Verfügung, für die keine gesetzliche Zuzahlung geleistet werden muss. Darin enthalten sind Generika ebenso wie patentgeschützte Wirkstoffe. Zuzahlungen für rezeptpflichtige Medikamente können entfallen, wenn der Preis des Medikamentes mindestens 30 Prozent unter dem jeweiligen Festbetrag liegt, den die Kassen übernehmen.
Artikel lesen...

DRG-Erlöse liegen 2014 bei 63 Milliarden Euro
(01.08.14) Die DRG-Erlöse der Krankenhäuser klettern 2014 auf 63 Milliarden Euro. Das sind zwei Milliarden oder 3,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Die beitragspflichtigen durchschnittlichen Einkommen steigen dagegen nur um 2,8 Prozent. Die Landesbasisfallwerte, also die tatsächlichen Preise für die Krankenhausleistungen, wachsen im Durchschnitt um 2,6 Prozent. Die vereinbarte Leistungsmenge nimmt im Vergleich zu 2013 um 0,7 Prozent zu.
Artikel lesen...

DIMDI veröffentlicht Vorabversion der ICD-10-GM 2015
(30.07.14) Das Deutsche Institut für medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) hat die vorläufige Fassung der ICD-10-GM 2015 veröffentlicht. Die an das deutsche Gesundheitswesen angepasste Fassung "ICD-10-GM" (German Modification) wird jährlich angepasst und weiterentwickelt. Die endgültige amtliche Fassung kann noch Änderunge n gegenüber der Vorabversion enthalten.
Artikel lesen...

Weiterführende Links



Anzeige